Prall gefüllte Einkaufswagerln, leere Regale und das eine oder andere Hamsterkauf-Hoppala dominierten in der Anfangsphase der Coronakrise das Einkaufserlebnis in Österreich. Neben einem Massenansturm auf Klopapier wurden von den Kunden vor allem Lebensmittel auf Vorrat eingebunkert. Welche Produkte für die Österreicher offenbar am notwendigsten für ein mögliche Quarantäne erachtet wurden, zeigt jetzt die rollierende Agrarmarktanalyse der AMA für das erste Quartal 2020.
Demnach waren Obst und Gemüse besonders als Konserven oder Tiefkühlprodukte wegen ihrer besonders langen Haltbarkeit gefragt. Sie verzeichnten ein Plus von mehr als zwanzig Prozent, gleiches gilt für Fertiggerichte wie Trockensuppen, Dosenravioli und Co. Und: "Wir mussten fast schmunzeln, dass weniger nachgefragte Lebensmittel wie Kraut und Kohl nun eine Renaissance erfahren", so Micaela Schantl, Leiterin der AMA-Marktforschung.
Aber auch Zutaten, die klassischer Weise zum Kochen verwendet werden, haben ebenfalls kräftig zugelegt. Dazu zählen etwa Eier, Kartoffeln, Frischgemüse oder Butter. "Hühnerfleisch und Faschiertes landeten in vielen Haushalten als eiserne Reserve in der Tiefkühltruhe", erklärt Schantl weiter.
Der Ansturm zeichnete sich in den Zahlen bereits Anfang März ab. Die Marktforscherin erklärt warum: "Mit dem ersten Gefühl der Unsicherheit füllten viele Haushalte ihre Grundvorräte auf. In der Woche 11, also mit der Ankündigung der Ausgangsbeschränkungen, haben die Menschen richtige Großeinkäufe getätigt. Hier gab es rund 30 Prozent mehr Einkaufsmenge und Umsatz".
Detailauswertungen zeigen, dass sich insbesondere Haushalte mit jungen Menschen und solche mit älteren, berufstätigen Personen, die normalerweise häufig außer Haus essen, ganz besonders mit Grundvorräten eingedeckt haben. Haushalte mit niedrigem Einkommen haben ebenso gehamstert wie solche mit höheren Verdiensten, sie waren aber weniger ausgabenfreudig.