Diese Zahlenkombi kann dich in Schwierigkeiten bringen

Eine 1.401 Ziffern lange Zahl ist als "illegale Primzahl" bekannt. Sie kann DVDs knacken und an manchen Orten ist sogar das Niederschreiben verboten.

Primzahlen gibt es unendlich viele, weshalb es unmöglich ist, alle existierenden Primzahlen zu kennen. Eine bestimmte Primzahl wäre aber wohl besser unbekannt geblieben, denn in den USA wurde sie nach ihrer Entdeckung als illegal erklärt. Dies bedeutet, dass jede Person, die im Besitz einer Abschrift dieser Zahl ist, gegen das Gesetz verstößt – dabei kommt es nicht darauf an, ob man die Zahl auf seinem Computer gespeichert, in seinem Tagebuch festgehalten oder über mehrere Zettel hinweg in der Wohnung zerstreut hat.

Konkret handelt es sich um eine Primzahl, die 1.401 Ziffern lang ist. Was auf den ersten Anblick wie eine zufällige Abfolge an Zahlen aussieht, kann aber großen Schaden anrichten. Denn wer über diese Primzahl verfügt, kann den Kopierschutz von DVDs durchbrechen, wie der britische "Express" berichtet.

"Illegale Primzahl"

Bevor die meisten Filme über Streaming-Services wie Netflix oder Disney+ angeschaut wurden, musste man sich Blockbuster und andere Filme auf DVD kaufen. Natürlich kann man sich aber auch heute noch DVDs kaufen. Diese sind allerdings so verschlüsselt, so dass man sie nicht einfach vervielfältigen und selbst weiterverkaufen kann, denn der Inhalt einer DVD ist urheberrechtlich geschützt.

Im März 2001 entdeckte der Mathematiker Phil Carmondy allerdings eine Primzahl, die seither als "illegale Primzahl" bekannt ist. Mit dieser 1.401 Zeichen langen Primzahl ist es nämlich möglich, die Verschlüsselung von DVDs zu knacken.

Darüber zeigte sich die Motion Picture Association in den USA nur wenig erfreut und stellte klar, dass fortan jede Person, die im Besitz dieser Primzahl ist, potenziell versuchen könnte, den Kopierschutz von DVDs zu umgehen. Daher wurde die Zahl unter dem Digital Millennium Copyright Act schließlich als illegal erklärt.

Wie sieht das in Österreich aus?

Konkrete Zahlen, die illegal sind, gibt es in Österreich nicht, sagen Digital-Experten. Hingegen ist die Umgehung von wirksamen technischen Kopierschutz-Maßnahmen grundsätzlich auch hierzulande verboten. Das sei im Urheberrechtsgesetz so geregelt. In Ausnahmefällen ist aber eine solche Umgehung des Kopierschutzes nicht strafbar – etwa, wenn man bei gewissen Materialien eine Privatkopie für daheim erstellen will. 

Natürlich sei es aber auch hierzulande nicht erlaubt, die Inhalte von urheberrechtlich geschützten Datenträgern wie DVDs zum Verkauf zu vervielfältigen. Ganz pauschal könne man aber auch nicht sagen, dass keine Zeichenkombinationen in Österreich illegal sei, heißt es. Die Frage sei immer, was eine solche Zahl darstelle. Wenn die Zahl beispielsweise ein kinderpornografisches Bild darstelle, dann wäre die Zahl natürlich verboten.

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