Auch wenn mit den Öffnungen manche Einschränkungen fallen, bleibt die Testpflicht bestehen. Sie soll für alle ab 12 Jahren gelten. Jetzt wo der Sommer Fahrt aufnimmt, klettert die Temperatur das Thermometer hoch. Ein Faktor, der bei der Selbsttestung beachtet werden muss.
"Es darf nicht zu heiß werden. Selbsttests sollten nicht direkt am Fenster in der Sonne liegen oder im Sommer in der Hosentasche mit herumgetragen werden“, sagt Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie der Berliner Universitätsklinik Charité. Auch die Lagerung von Tests im Kühlschrank und die Anwendung danach in der Wärme könne das Ergebnis verfälschen.
Erhöhte Temperaturen können die Sensitivität der Tests beeinträchtigen, während niedrige Temperaturen die Spezifität solcher Selbsttests beeinträchtigen. Die Folgen können falsch negative Testergebnisse bei klinisch relevanten Viruskonzentrationen sein und falsch positive Ergebnisse, die ungerechtfertigte Quarantänezuweisungen beinhalten. Laut Drexler kann etwa Kondensation ein Grund für die Verfälschung sein. Hersteller empfehlen eine Lagerung zwischen 5 und 30 Grad und eine Anwendung bei Raumtemperatur.
Jedoch betont Dexler, dass das nicht bedeuten soll, keine Schnelltests zu benutzen. Sie sind eine wichtige Maßnahme zur Verringerung des Ansteckungsrisikos. Ein richtiger Umgang mit Tests sei daher gefragt, um die mühsam errungenen Lockerungen nun nicht aufs Spiel zu setzen.
„Man sollte immer den Beipackzettel lesen und den Test so gründlich wie möglich durchführen. Und sich bewusst sein, dass schon entlang der gesamten Kette vom Hersteller über den Transport bis in die Auslieferung etwas schief gegangen sein kann.“ Als Beispiel nannte er Lastwagen, die in der Sonne im Stau stehen. Zudem stellen Schnelltest-Ergebnisse immer nur eine Momentaufnahme dar. „Man kann morgens negativ sein und abends infektiös.“
Schnell- und Selbsttests sind Antigen-Tests. Sie geben eine recht zuverlässige Aussage über eine potentielle Infektion, sind jedoch weniger zuverlässig als PCR-Tests, die im Labor analysiert werden. Positive Ergebnisse sollen deshalb immer im Labor überprüft werden.