Niederösterreich

Dieser Bäcker verlangt heuer 19 € für ein Kilo Kekse

Bald zählen Weihnachtskekse zu Luxusgütern. Doch laut Bäcker Peter Lechner jr. aus NÖ muss das nicht sein. Politiker müssen endlich handeln.

Tanja Horaczek
Peter Lechner jr. hofft auf ein Umdenken der Politik.
Peter Lechner jr. hofft auf ein Umdenken der Politik.
Privat

Die Vorfreude auf besinnliche Weihnachten schwindet bei jedem Einkauf, jeder Jahresabrechung oder bei jeder Tankfüllung. Die Teuerungen haben die Österreicher fest im Griff. Am Ende des Monats bleibt den meisten nur ein fettes Minus am Konto.

Wer sich die den Zauber der Weihnacht aber trotzdem nicht nehmen lassen will, hat sicher schon mit dem Kekse backen begonnen. Oder auch welche gekauft. Doch bei diesen Preisen bleiben einem die köstlichen Weihnachtsbäckereien im Hals stecken.

"Rohstoffe machen kleinsten Faktor aus"

Das Posting von den 44€ teuren Vanillekipferln ging viral - mehr dazu hier. Der Wirt aus Wien musste sich für den saftigen Preis ordentlich rechtfertigen. Bäcker Peter Lechner jr. aus Marbach (Melk) weiß auch warum. "Es ist ein Faktum, dass die Rohstoffe den kleinsten Faktor ausmachen bei der Kalkulation."

1/4
Gehe zur Galerie
    Die Familie Lechner betreibt in Marbach einen Nahversorger und eine Bäckerei.
    Die Familie Lechner betreibt in Marbach einen Nahversorger und eine Bäckerei.
    Privat

    Die traurige Wahrheit ist laut ihm, dass bei allen Einzelunternehmern in der Regel den Großteil des Preises die 55 Prozent Einkommenssteuer ausmachen, danach die Personalkosten, dann die horrenden Energiekosten, und erst am Ende der Kalkulation die Rohstoffe kommen. 

    Tierische Produkte ersetzt

    "Wir verlangen für 1kg Teegebäck gemischt momentan € 18,99. Das kann auch jeder auf unserer Homepage kontrollieren (https://www.cafelechner.com/shop/teeb%C3%A4ckerei/ )", betont Lechner. Doch dafür gibt es einen einfachen Grund: es wird nie Butter verwendet. Der Bäcker ersetzt schon seit Jahren, dort wo es sinnvoll ist tierische Produkte mit veganen. Die restlichen Zutaten stammen aus der Region.

    "Dem Kostenfaktor Energie konnten wir entgegen kommen, weil wir eine 6-stellige Summe in erneuerbare Energien investiert haben, das federt zwar nicht alles ab aber zumindest etwas, " hofft der Bäcker. Doch die ganze Thematik ist ein zweischneidiges Schwert. "Man kann nicht für 10€ pro Kilo handgemachte Bio Kekse aus dem Nibelungengau erwarten, wenn der Konditor mehr als 10€ pro Stunde erhält. Handgemachte Kekse aus guten und regionalen Rohstoffen müssen einen Wert haben. Doch leider ist es in unserem Steuersystem so, dass bei kleinen Bäckereien zu 55 Prozent der Staat mitschneidet", kritisiert er. 

    "Jeder sollte sich Kekse leisten können"

    Er würde es für sinnvoll halten, wenn die Steuern gesenkt würden. "Revolutionär gedacht wäre es sinnvoll kleine Betriebe, die von Hand arbeiten, mit einen niedrigeren Steuersatz wirtschaften zu lassen und es so jedem Bürger zu ermöglichen sich handgemachte Vanillekipferl auf den Weihnachtstisch zu stellen. Denn in meinem Österreich, finde ich, sollte keine Familie mit einem billigen Industrieprodukt am Weihnachtstisch sitzen müssen, weil sie sich keine guten Kekserl leisten können."