Zahlen schießen rauf, hier drohen jetzt harte Maßnahmen

Bereits Anfang April gab es im Bezirk Braunau Ausreisekontrollen.
Bereits Anfang April gab es im Bezirk Braunau Ausreisekontrollen.Daniel Scharinger
Die Inzidenz in Braunau (OÖ) steigt weiter. Die Lage wird immer brenzliger, dem Bezirk drohen nun Ausreisekontrollen. 

Am Montag musste das Bundesheer im Bezirk Braunau ausrücken, um beim Contact Tracing auszuhelfen. 80 Soldaten sind dafür jetzt im Einsatz. 

 Der Grund: Die Zahlen in dem Bezirk (knapp 100.000 Einwohner) steigen weiter stark. Die Inzidenz liegt mittlerweile bei 324! Damit wurde der kritische Wert (300) deutlich überschritten.

Was heißt das nun? Kurz gesagt: Der Bezirk steht haarscharf vor neuen Ausreisebeschränkungen. Und das vor allem, weil Braunau ein Bezirk der Impf-Muffel ist. Bisher sind nur 49 Prozent geimpft, wie die Grafik zeigt:

Die Grafik zeigt, wie die Impfquote in den einzelnen Bezirken in OÖ liegt.
Die Grafik zeigt, wie die Impfquote in den einzelnen Bezirken in OÖ liegt.Land OÖ

Ausreisebeschränkungen (Kontrollen, Checkpoints) treten in Kraft, wenn folgende Punkte erreicht sind:

1Inzidenz

Die Inzidenz (Infizierte pro 100.000 Einwohner) muss an sieben Tagen im Schnitt über 300 liegen. Das dürfte in Braunau bald der Fall sein.

2Impfquote

Gleichzeitig muss die Impfquote bei unter 50 liegen. Das ist in Braunau noch immer der Fall. Sie liegt derzeit bei nur 49,2  Prozent.

3Intensivbetten-Auslastung

Die Auslastung der Intensiv-Betten muss über 10 Prozent der Kapazität liegen. Das sind in Oberösterreich 34 Betten. Und dieser Wert wurde am Mittwoch ebenfalls erreicht. Derzeit liegen 34 Patienten mit Corona auf der Intensivstation.

Der Braunauer Bezirkshauptmann Gerald Kronberger hat schon am Montag die Bevölkerung aufgerufen: "Abstand halten, Maske verwenden, Hygienemaßnahmen einhalten und regelmäßig testen". 

"Alle Warnungen verpuffen"

Ob das viel Veränderung bringt, darf bezweifelt werden. Wie eine aktuelle Umfrage von Peter Hajek (500 Befragte) für ATV zeigte, glaubt die Mehrheit (54 Prozent) der Ungeimpften den Experten kein Wort. Dieser Teil der Bevölkerung rechnet zudem nicht damit, dass es zu einer Überlastung der Intensivbetten kommen wird. 

Hajek: "Das hat zur Folge, dass alle Gesundheitswarnungen verpuffen, denn man fühlt sich nicht gefährdet".

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