Gemäss ukrainischen Angaben sitzen in der belagerten Hafenstadt Mariupol noch immer rund 100.000 Menschen fest – darunter auch Kinder. Die Bedingungen, unter denen die Einwohnerinnen und Einwohner leiden, sind unbeschreiblich – es fehlt an Wasser, Strom, Nahrung und Medikamenten. Aufgrund dieser Situation gab nun ein hoher Polizeifunktionär ein Statement ab, um wenigstens die Kinder aus der Stadt herausholen zu können, wie der ukrainische Journalist Alexander Khrebet twitterte.
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"Ich bin ein Polizeigeneral, der von 2014 bis 2018 den direkten Widerstand gegen Sie in der Region Donezk organisiert hat. Ich stehe auf Ihrer Sanktionsliste. Ich stehe auf Ihrer Fahndungsliste", schreibt der ukrainische Polizeioffizier Wjatscheslaw Abroskin. "Sie haben einen Anschlag auf mein Leben organisiert, um mich zu beseitigen. Dutzende von Ihnen wurden damals getötet und Tausende Ihrer Komplizen wurden unter meiner Beteiligung verhaftet."
"Ich bin vermutlich der General, der dem berühmten Asow-Regiment am nächsten steht", wird er weiter zitiert. "Das ist meine ganz persönliche Initiative. Mein Leben gehört mir, und ich biete es Ihnen im Austausch für das der Kinder an, die sich immer noch in Mariupol aufhalten."
Seine Bedingungen formulierte er ganz klar: Zugang zur belagerten Stadt für die Retter innerhalb von drei Tagen und freier Abzug für alle Kinder. Ob die russische Führung auf das noble Angebot eingeht, ist noch offen.
Die Beobachter des UN-Menschenrechtsteams in der Ukraine erhalten immer mehr Hinweise auf Massengräber in der eingekesselten Stadt Mariupol. In einem Grab sollen 200 Leichen liegen, sagt die Leiterin der Beobachtergruppe, Matilda Bogner, in einer Video-Schaltung mit Journalisten von der Ukraine aus. Einige Beweise fänden sich in Satelliten-Aufnahmen. Mehr als 1.035 Zivilisten seien bisher ums Leben gekommen.
Ihr Team untersuche mutmaßlich willkürliche Angriffe von beiden Seiten. Zudem würden Vorwürfe geprüft, wonach Zivilisten gegen ihren Willen aus der Stadt nach Russland gebracht wurden und russische Soldaten Zivilisten, die in Autos Mariupol verließen, getötet haben sollen.