Dieses Bundesland hat höchsten Anteil an Corona-Toten

Särge in der Kühlkammer eines Bestattungsinstitutes. Symbolbild
Särge in der Kühlkammer eines Bestattungsinstitutes. Symbolbildpicturedesk.com/dpa/Felix Hörhager
Vier Prozent aller Todesfälle im März und April gehen nach Angaben der Statistik Austria auf das Coronavirus zurück. 588 Personen starben an Covid-19.

"Mit Ausbruch der COVID-19-Krise Mitte März ist die Sterblichkeit in Österreich spürbar angestiegen. Der Höhepunkt wurde in der ersten April-Hälfte erreicht mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre", kommentiert "Statistik Austria"-Generaldirektor Tobias Thomas die Zahlen am Donnerstag. Danach sei die Sterblichkeit wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen.

"Betroffen waren zumeist ältere Personen mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz- oder Nierenerkrankungen. Fast doppelt so viele Männer wie Frauen starben an den Folgen von COVID-19."

Die Zahlen im Detail

Zwischen dem 1. März und 30. April 2020 verstarben in Österreich 15.107 Personen. Bei 588 Sterbefällen wurde Covid-19 als zugrundeliegende Todesursache angegeben, das waren 3,9 Prozent aller Todesfälle. Besonders ältere Menschen seien davon betroffen gewesen. 94 Prozent aller Verstorbenen waren älter als 65 Jahre und zählten damit zur Risikogruppe.

Bei den unter 60-Jährigen gefielen nur 1,4 Prozent der Verstorbenen auch tatsächlich Covid-19 zum Opfer, unter den 60- bis 64-Jährigen waren es 1,9 Prozent In den darüberliegenden Altersgruppen steigt dieser Wert sprunghaft an und liegt zwischen 4,3 und 4,5 Prozent.

Höchster Sterblichkeitsanteil in Tirol

In Tirol war die Sterblichkeit demnach bezogen auf die Wohnbevölkerung mit Abstand am höchsten. Im Bundesland mit dem allerersten großen Hotspot, Ischgl, heißt die Todesursache bei 8,7 Prozent aller Verstorbenen im Untersuchungszeitraum Coronavirus. Dahinter liegen die Steiermark (5,4 Prozent) und Wien (5,0 Prozent). Positives Schlusslicht in diesem tragischen Ranking belegen Kärnten und das Burgenland mit 1,2 bzw. 1,1 Prozent.

Berücksichtigt man die unterschiedliche Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung der einzelnen Jahre, zeigt sich, dass die Sterblichkeit insgesamt im März/April 2020 nur um ein Prozent höher war als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Im März/April 2020 lag damit die Sterblichkeit zwar etwas über dem Jahr 2019, aber dennoch unter den Werten der Jahre 2015 und 2018.

Die Sterblichkeit aufgrund von Covid-19 war in der Periode März/April 2020 höher als die Sterblichkeit durch chronische Atemwegserkrankungen oder Diabetes. Männer waren insgesamt mit 55,1 Prozent häufiger betroffen als Frauen. Verstorbene Corona-Patienten wiesen zudem etwas mehr zusätzliche Krankheiten auf als Personen ohne Covid-19.

Corona-Tote hatten häufiger Vorerkrankungen

Die häufigste Begleiterkrankung ab dem 65. Lebensjahr war Bluthochdruck. Ein Fünftel hatte zusätzlich eine Nierenerkrankung und/oder Diabetes und/oder eine ischämische Herzkrankheit. Bei 17 Prozent der Verstorbenen wurde zusätzlich eine demenzielle Erkrankung auf dem Totenschein vermerkt, bei etwas über 10 Prozent eine chronische Atemwegserkrankung und bei etwas weniger als 10 Prozent eine Krebserkrankung. Weiters waren zerebrovaskuläre Krankheiten und Lungenembolien häufig angegebene Begleiterkrankungen.

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