Dieses Haus ist komplett in Spitze gehüllt

Viele häkelnde Helferinnen sorgten für die pinkfarbene Gebäudehülle eines Hauses in Finnland.

Dieses auffällige Gebäude steht in der Stadt Kerava in Finnland. Seit zwei Jahren ist das zweistöckige Gebäude nicht nur pink, sondern auch vom Boden bis zum Schornstein mit Häkelspitze bedeckt. 300 Quadratmeter Stoff sind um das zweistöckige Gebäude gewickelt. Jede einzelne Sprosse der Feuerleiter ist einzeln umfasst, genauso die Haustüren und die Dachrinne.

Das pinkfarbene Haus ist ein Kunstprojekt der polnischen Künstlerin Agata Oleksiak. Oleksiak lebt in New York und hat unter dem Künstlernamen Olek schon alles Mögliche umhäkelt – Menschen, Fahrräder, sogar eine ganze Lokomotive. Ihr neuestes Projekt sind gehäkelte Street-Art-Poster.

Um die großen Mengen Spitze zusammenzubekommen, die Olek für ihre Kunstwerke braucht, verlässt sie sich auf viele häkelnde Helferinnen. Meist helfen Freiwillige im "Team Olek", zum Teil beauftragt Olek professionelle Betriebe aus ihrem Heimatland.

Verlorene Häuser und ein Symbol der Hoffnung

Das Haus ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Symbol der Hoffnung für Menschen auf der Flucht. Zur Entstehung des Pink House kam es folgendermaßen: Während eines Projekts in Schweden hatte Olek bereits mit Flüchtlingsfrauen zusammengearbeitet, die auch am Pink House mitwirkten. Sie zeigten der Künstlerin etliche Bilder der Häuser, in denen sie einmal gewohnt hatten. Ein Zuhause, das nun entweder zerstört oder für immer verloren war.

Die Künstlerin entschloss sich, ein Symbol der Hoffnung zu schaffen. Ein Haus, das nicht zerbombt werden würde und das keiner auf der Flucht zurücklassen musste. Ein Gebäude, das Hoffnung und Würde ausstrahlen und an das Schicksal von Millionen Flüchtlingen erinnern sollte, die jedes Jahr ihr Zuhause verlieren.

Das zweistöckige pinkfarbene Haus in Finnland ist eine Spende an die Künstlerin, die selbst einem Kriegsschicksal nur knapp entgangen war. Während des Winterkrieges zwischen Finnland und der Sowjetunion 1939–1940 schlugen zwar Bomben auf dem Grundstück ein, das Haus blieb jedoch ganz. Die Bewohner mussten fliehen, konnten aber wenig später zurückkehren. Heute ist das umgarnte Pink House ein Teil des Kunstmuseums der Stadt Kerava. (Red/20 Minuten)

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