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Diesmal gewinnt Boxweltmeister nicht

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:32

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ist der Opposition bei einer ersten Gesprächsrunde am Runden Tisch kaum entgegengekommen. Oppositionsführer Vitali Klitschko sagte nach dem Treffen am Freitag in Kiew, er habe den Eindruck gehabt, man sei mit den Forderungen auf taube Ohren gestoßen. Die Regierung sei keinen Schritt auf sie zugegangen.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ist der Opposition bei einer ersten Gesprächsrunde am Runden Tisch kaum entgegengekommen. Oppositionsführer Vitali Klitschko sagte nach dem Treffen am Freitag in Kiew, er habe den Eindruck gehabt, man sei mit den Forderungen auf taube Ohren gestoßen. Die Regierung sei keinen Schritt auf sie zugegangen.

In seinen Eröffnungsworten und eine Amnestie für alle festgenommenen Demonstranten in Aussicht gestellt. Er räumte ein, dass sich die Sicherheitskräfte nicht korrekt verhalten hätten. Zugleich verteidigte er seine Hinwendung an Russland. Ohne normale Handelsbeziehungen zu dem Nachbarn seien die wirtschaftlichen Probleme nicht zu lösen. Wirkliche Zugeständnisse machte Janukowitsch nicht.

"Keine Gewalt gegen Demonstranten"

Oppositionsführer Arseni Jatsenjuk hatte einen Rücktritt von Ministerpräsident Mikola Asarow und des Innenministers gefordert, die er für die Polizeigewalt verantwortlich machte. Das ganze Volk müsse sehen, dass niemand die Hand gegen friedliche Demonstranten erheben dürfe, sagte er.

"Janukowitsch soll gehen"

Seit die Regierung vor drei Wochen die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union (EU) platzen ließ, demonstrieren täglich Tausende Menschen bei klirrender Kälte in der Hauptstadt Kiew. Sie fordern mittlerweile nicht mehr nur eine Hinwendung des Landes zur EU, sondern auch den Rücktritt Janukowitschs.

Für Sonntag ist eine weitere Großkundgebung auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz geplant. Schon am Freitag strömten zahlreiche Menschen dorthin, wo Aktivisten ein Protestcamp errichtet haben und die von der Polizei weggeräumten Barrikaden wieder aufbauten.

EU macht mehr Geld locker

Vize-Regierungschef Sergej Arbusow signalisierte unterdessen, sein Land sei doch noch zur Unterzeichnung des Freihandels- und Assoziierungsabkommens bereit. Die EU kündigte an, sie würde einen solchen Schritt mit weiteren Finanzhilfen unterstützen. Sollte sich die Ukraine dafür entscheiden, werde die EU Darlehen des Internationalen Währungsfonds aufstocken und ihre eigenen Finanzhilfen ausbauen, so Erweiterungskommissar Stefan Füle.

Russland sichtlich verärgert

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte das Nachbarland davor, einen Bruch zu riskieren. Die Auftritte von EU-Politikern in Kiew bezeichnete er als grobe Form der Einmischung. Er bezog sich damit auf die Reise der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und mehrerer Außenminister von EU-Staaten in die Ukraine.

China regt sich auch auf

Auch China warf der EU Einmischung vor. "Der Westen muss seine Hände von den inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates lassen", kommentierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. "Die Unterstützung der regierungskritischen Demonstranten ist ein ernsthafter Schlag für die ukrainische Demokratie." Zudem könnte das die Spannungen in der Region verschärfen. Xinhua-Kommentare gelten als Spiegel der Meinung der chinesischen Führung.

Ukrainische Währung im Sinkflug

Die politische Krise belastet die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft der Ukraine. Die Landeswährung Hryvnia fiel am Freitag weiter auf ein Vier-Jahres-Tief gegenüber dem Dollar. Bei ausländischen Investoren sinkt die Bereitschaft, sich in dem Land zu engagieren.

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