Digimon World: Next Order im Test

Auf der PlayStation Vita in Japan bereits im März 2016 erschienen, ist Digimon World: Next Order auf der PS 4 erhältlich.
Vor allem in Japan ein Hit, hat sich auch weltweit zwar nicht eine mit Pokémon vergleichbare, aber umso leidenschaftlichere Digimon-Fangemeinschaft gebildet. Die Games selbst konnten vielfach nicht nur Freunde der digitalen Monster überzeugen, sondern fuhren bei Kritikern gute Bewertungen ein. Vor allem Digimon Story: Cyber Sleuth sorgte zuletzt für Jubel, einigen Zockern war aber das Festhalten am gealterten Gameplay ein Dorn im Auge. Auf den ersten Blick will da auch Digimon World: Next Order nichts an der Tradition der Serie ändern.

Zu Anfang schlüpft man je nach Geschmack in die Rolle des Mädchens Shiki oder des Buben Takuto, die in die Digitale Welt gesogen werden. Nach einem überraschend fordernden ersten Kampf müssen wir erkennen, dass die Digitale Welt von den Machinedramon belagert wird. Die Digimons sind deshalb geflohen und wir aufgerufen, sie wieder zurückzuholen, die Machinedramon zu besiegen und unseren Weg in die reale Welt wiederzufinden.

Doppelte Digimon, doppelter Spaß?

Während man bei der Story also wenig Innovationen, aber doch Unterhaltung vorgesetzt bekommt, zeigen sich beim Gameplay gleich erste Neuerungen. Nun stehen uns gleich zwei Digimon als Beschützer zur Seite, die gleichzeitig gehegt und gepflegt werden wollen. Deshalb steht nicht nur Kämpfen auf dem Programm, sondern auch ein teilweise in die Tiefe gehendes Ressourcen- und Aufbaumanagement. Daneben gibt es rund 230 Digimon zu rekrutieren - alles in allem kommt man in Next Order schnell in den mittleren zweistelligen Stunden-Spielbereich.

Doppelte Digimon bedeuten aber nicht gleichzeitig doppelten Spaß. Langweilig wird einem aber nicht so schnell, denn das Kampfsystem weiß zu unterhalten. In Echtzeit greifen die Digimon automatisch an, müssen aber immer wieder mit Angriffsbefehlen versorgt werden. Wer die Übersicht verliert, der kann die Kämpfe auch pausieren, um die weiteren Schritte zu planen. Spezialattacken und Fusionen sorgen nicht nur für tolle Effekte und starke Angriffe, sondern auch für Spaß mit dem Kampfsystem.

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Taktische Tiefe fehlt im Kampf

Vor allem Hardcore-Zocker werden später im Spiel möglicherweise von den fehlenden taktischen Möglichkeiten enttäuscht sein. Zwar sind die Spezialattacken als Kampfelemente toll, am Ende zählt aber nur die Stärke und das Level der Digimons, um im Kampf bestehen zu können. So geht es immer öfter in die Trainingshalle, in der die Digimon übern und sich entwickeln können. Gerade im Endgame verkommt dies zum Dauerproblem, denn auch die verblichenen Digimon, deren Werte auf Digi-Eier übertragen werden können und damit in einer neuen Generation "auferstehen", stapfen ebenfalls gleich mal zum Training.

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Nett gemeint, aber zumindest uns hat das "Sozialverhalten" der Digimon nach einmaligem Sehen eher genervt als amüsiert. So komisch es klingt, die Digimon müssen auch ihr digitales Geschäft verrichten - und entgegen den Essens- und Schlafpausen herrscht hier eher Kopfschütteln als Lachen, wenn die Monster zum Klogang auffordern. Zumindest bietet die riesige und in Teilen sogar offene Welt zahllose Geschichten und Erlebnisse, die diese Pinkel-Pannen vergessen machen.

Fazit: Nette Abenteuer mit Schwächen

Digimon World: Next Order ist trotz allem Anschein nach kein Kinderspiel - alleine der Schwierigkeitsgrad verlangt den Zockern einiges an Spielstunden und Trainingsplanung ab. Auch das "Nebenher", der Aufbau der Region Floatia und das Sammeln von Ressourcen, kann man nicht beiseite lassen. Hier kommt ein kräftiger Wind von Simulationsflair auf, denn Gebäude schalten andere Gebäude frei und Bauten lassen sich upgraden, damit man hier und da Boni abstauben kann. Hier geht es entspannt zu, diese Aufbauelemente wollen wir aber nicht missen. 



Quelle: YouTube

Was uns an Digimon gestört hat, waren die sich wiederholende Abläufe an jeder Ecke. Dass die Digimon mal "austreten" müssen, amüsiert anfangs, beim hundertsten Mal bleibt man aber nur noch verärgert zurück. Dass nur Training, Training, Training für die Kämpfe zählt, ist schade - strategische Angriffe wären wünschenswert gewesen. Grafisch und musikalisch wird abseits der Filmsequenzen zudem wenig geboten. Insgesamt nimmt sich da Digimon World: Next Order viel an Qualität raus. Wer aber Digimon-Fan ist oder ein Rollenspiel sucht, das sich nicht zu ernst nimmt und einen fordernden Schwierigkeitsgrad bietet, wird sich mit dem Titel anfreunden können. (rfi)

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