Die Modernisierung der deutschen Bahn durch digitale Stellwerkstechnik kommt voran. Die Bundesregierung zieht in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage eine grundsätzlich positive Bilanz zum sogenannten Schnellläuferprogramm für die digitale Schiene.
Das 2020 gestartete Programm verfolgt das Ziel, die Bahn technologisch zu erneuern und den Markt für Stellwerkshersteller breiter aufzustellen. Das soll helfen, die Abhängigkeit von wenigen etablierten Akteuren zu reduzieren.
Wie heise.de berichtet, konnten neben den zwei etablierten Systemherstellern mittlerweile zwei weitere Lieferanten berücksichtigt werden. Für künftige Vergaben bestehe die Perspektive, dass weitere Hersteller zum Zuge kämen.
In den Regionen Kleve-Kempen und Wörth-Germersheim rollt der Verkehr bereits seit Ende 2022 über die neue digitale Technik. Kleinere technische Störungen wie Übertragungsprobleme ließen sich durch den Austausch von Verkabelung beheben.
Andererseits offenbaren Projekte wie in Ansbach-Triesdorf Tücken des Marktes. In Franken verzögerte die fehlende Verfügbarkeit eines sicherheitsrelevanten Produkts die Inbetriebnahme um fast vier Jahre bis Anfang 2026.
Digitale Stellwerke und das europäische Zugsicherungssystem ETCS zählen zu den wichtigsten Säulen eines modernen Bahnverkehrs. Durch sie können Zugabstände verdichtet und mehr Kapazitäten auf dem bestehenden Netz geschaffen werden.
Ein vertrauliches Kapitel sind die Finanzen der Projekte. Sämtliche Detailfragen zu den ursprünglichen und finalen Kosten beantwortet die Regierung unter Verweis auf die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der DB InfraGO nicht.
Die Bundesregierung betont, dass mit dem Haushalt 2024 rund 2,3 Milliarden Euro zusätzlich für die digitale Schiene gebunden wurden. Für die Jahre 2025 bis 2029 geht das Verkehrsministerium von einem Finanzbedarf von rund 14 Milliarden Euro aus.