Digitale Schule und neuer Bildungscampus zum Schulstart

Zur Eröffnung des Lieselotte Hansen-Schmidt-Campus in der Donaustadt drückten auch (v.l.n.r.:) Bildungsdirektor Heinrich Himmer, Bezirkschef Ernst Nevrivy und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr die Schulbank.
Zur Eröffnung des Lieselotte Hansen-Schmidt-Campus in der Donaustadt drückten auch (v.l.n.r.:) Bildungsdirektor Heinrich Himmer, Bezirkschef Ernst Nevrivy und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr die Schulbank.PID/Christian Jobst
Am Montag starten über 240.000 Schüler ins neue Schuljahr. Manche können sich über neue Räumlichkeiten und mehr W-Lan freuen.

Von so manchen Eltern heiß ersehnt, bei den Schülern eher unbeliebt: Die Sommerferien gehen zu Ende, ab kommender Woche wird in Wien wieder die Schulbank gedrückt. Am Montag startet für über 240.000 Schülerinnen und Schüler in Wien, davon rund 22.100 Erstklassler das neue Schuljahr.

Ganztagsschule Bürgerspitalwiese geht in Lehrbetrieb

Heuer können sich die Schüler auch auf zwei fertig gestellte Bildungscampus Standorte nach dem "Campus plus"-Konzept, eine neue Volks- und Mittelschule sowie weiteren Ausbau von WLAN und neue beitragsfreie Ganztagsschulen freuen: In Simmering geht die ganztägig geführte Volks- und Mittelschule in der Bürgerspitalwiese in Betrieb. Auf 7.900 Quadratmetern wurden vielfältige Synergiemöglichkeiten zwischen Kindern und Jugendlichen beider Schulformen geschaffen. Insgesamt umfasst der Neubau 33 Bildungsräume. Jeweils vier bis fünf Klassenräume werden in einem Bildungsbereich zusammengefasst, welcher neben Teamraum, Garderobe, Freiklasse, Neben- und Sanitärräumen zusätzlich multifunktionale Zonen umfasst, die für Lernen und Freizeit genutzt werden können. Darüber hinaus gibt es zwei Normturnsäle, einen Gymnastiksaal, eine Bibliothek, ein Speisesaal mit Aufwärmküche, ein Mehrzweckraum sowie Werkräume, eine Lehrküche und einen Physik- und Chemiesaal. Draußen wird neben einem großen Freiraum auch Spielgeräte und Terrassen sowie ein Hartplatz geboten, welcher außerhalb der Öffnungszeiten der Schule für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Klima-Vorbild in der Seestadt startet in Schuljahr

Rechtzeitig zu Schulstart fertig wurde auch der Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt in der Seestadt Aspern (Donaustadt). Heute wurde die ganztägige Bildungseinrichtung, die rund 1.100 Kindern und Jugendlichen Platz bietet, offiziell durch Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos), Bildungsdirektor Heinrich Himmer und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) eröffnet.

Wie berichtet, steht der Bildungsneubau steht ganz im Zeichen der Klimaneutralität: das Herzstück des neuen Campus-Standorts ist ein klimafreundliches und hochinnovatives Energiesystem, das richtungsweisend für die Zukunft der Bildungsbauten ist. Es erlaubt einen klimaneutralen Betrieb ohne Emissionen von Treibhausgasen. Durch Erdwärme und die Nutzung des Gebäudes als thermischer Speicher kann kostengünstig und effizient geheizt und gekühlt werden.

Wiederkehr hob die Investitionen der Stadt im Bildungsbereich hervor: "Wien investiert allein im heurigen Jahr über 50 Millionen Euro in moderne Bildungseinrichtungen und zusätzliche 31 Millionen Euro in Schulsanierungen. Der Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt ist nicht nur in pädagogischer Hinsicht ein Flaggschiff der Wiener Bildung, er ist auch aus umwelttechnischer Sicht ein absolutes Vorzeigeprojekt und wird in Zukunft die Benchmark für alle Neubauten im Bildungsbereich in Wien sein. Es freut mich als Wiener Bildungsstadtrat ungemein, dass hier nächste Woche 1.100 Kinder die bestmögliche Bildung in modernstem Ambiente bekommen werden".

Jugendzentrum ergänzt neuen Liselotte Hansen Schmidt-Campus

Gleichzeitig mit den Toren der Bildungseinrichtung öffnet auch das Jugendzentrum Seestadt, das im Bildungscampus an Schule und Kindergarten angeschlossen ist. Die Freiflächen und Sportflächen stehen den Jugendzentrum-Besucher im Sinne der Mehrfachnutzung am Wochenende und außerhalb der Schulöffnungszeiten zur Verfügung. Kinder und Jugendliche können auf 600 Quadratmeter Fläche im Jugendzentrum ihre Freunde treffen, Wuzzeln, sie bekommen aber auch Rat und Hilfe bei Problemen. Daneben gibt es Kreativ- und Medienangebote, Bewegung und Sport, Unterstützung bei Projekten, Jugendkultur, Parties etc. Das Jugendzentrum ist für alle von 6 bis 21 Jahren offen, es gibt keinen Konsumzwang. Die Jugendarbeiter sind auch im Öffentlichen Raum unterwegs und bereits sehr gut im Stadtteil vernetzt. Denn der Verein Wiener Jugendzentren ist seit 2013 vor Ort, begleitet die Neubesiedelung der Seestadt und vertritt die Bedürfnisse der Jugendlichen.

"Dem steigenden Bedarf an modernen Bildungseinrichtungen in der Donaustadt als sehr stark wachsendem Bezirk mit vielen Jungfamilien wird die Stadt Wien erneut gerecht; die Eröffnung eines weiteren Bildungscampus in der Seestadt bietet den neuen BewohnerInnen mit dem Campusmodell das Bildungsmodell der Zukunft für ihre Kinder", so Bezirkschef Nevrivy.

Finanzbildung als pädagogischer Schwerpunkt

Noch bis 2023 läuft das aktuelle Bildungsbauprogramm mit insgesamt 14 Bildungscampus-Standorten. Parallel dazu gibt es ein zusätzliches Paket mit weiteren neun Bildungscampus-Standorten, einem Zentralberufsschulgebäude und einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, das bis 2024 laufen soll.

Als einen zentralen pädagogischen Schwerpunkt nannte Bildungsdirektor Himmer den Bereich der Finanzbildung. So ist geplant, dass mit zahlreichen neuen und der Erweiterung bestehender Initiativen Akzente gesetzt werden, um dieses Thema bei den Jugendlichen zu verankern. "Der richtige Umgang mit Geld will gelernt sein – Initiativen wie etwa der Finanzführerschein in Kooperation mit der Schuldnerberatung Wien und der Arbeiterkammer tragen dazu bei unsere SchülerInnen auf das 'wahre Leben' vorzubereiten", so Himmer.

45 Klassen aus 13 Schulen haben an der Pilotphase im SJ20/21 teilgenommen, bis dato haben etwa 700 AbsolventInnen den Finanzführerschein erfolgreich absolviert Insgesamt wurden im Zuge der E-Learning Module ca. 1200 Mal Finanzwissen an SchülerInnen weitergegeben. Für das kommende Schuljahr ist (vorbehaltlich der Corona Entwicklungen) ein deutlicher Ausbau des Angebots geplant – Ziel ist es, im kommenden Sommer (2022) den zweitausendsten Finanzführerschein verleihen zu dürfen. Das Projekt selbst wird wissenschaftlich von der Uni Wien begleitet.

Neues Schuljahr startet mit mehr Freizeitpädagogen und mehr W-LAN

Im Schuljahr 2020/21 betrug die Anzahl der Freizeitpädagogen rund 1.800. Seit 2016 kommen jedes Jahr rund 150 Freizeitpädagogen hinzu, dieses Jahr sollen sogar 200 hinzukommen.

Um Lehrkräften das Unterrichten zu erleichtern, werden die Wiener Pflichtschulen mit neuen administrativen Unterstützungskräften ausgestattet – 136 sind bereits an 272 öffentlichen Pflichtschulen im Einsatz.

Daneben setzt die Stadt weiter auf die Digitalisierung in der schulischen Bildung. Um die benötigten digitalen Kompetenzen zu vermitteln und Kinder und Jugendliche bestmöglich auf ihre zukünftigen beruflichen und privaten Herausforderungen vorzubereiten, braucht es auch einer zeitgemäßen Infrastruktur.

Bereits im Sommer 2019 hat die Stadt mit dem flächendeckende W-LAN Ausbau an Mittelschulen, Polytechnischen Schulen und Berufsschulen mit dem Gesamtprojekt "Schule Digital" begonnen. Insgesamt investiert die Stadt hier 60 Millionen Euro. In Schulneubauten und Schulerweiterungen ist die WLAN Ausstattung bereits Standard. Rund 51.000 SchülerInnen und mehr als 4.500 LehrerInnen sollen vom Projekt profitieren: Laptops für Schüler, Lerntools, digitale Tafeln und weitere Initiativen sollen einen souveränen Umgang mit Technik, aber auch das Bewusstsein für Risiken mit digitaler Kommunikation schaffen. Bisher wurden 76 Schulen an 53 Schulstandorten mit WLAN ausgestattet.

Zweckzuschüsse für Schulmaterialien

So groß die Freude über den Schulstart sein mögen, für viele kommen auch finanzielle Sorgen dazu. Verschiedene Hilfsorganisationen, wie etwa sie Caritas, helfen weiter, wir haben berichtet. Aber auch die Stadt ist nicht säumig: Um Familien finanziell zu entlasten, hat Wien für das kommende Schuljahr eine Unterstützung bereitgestellt: Alle öffentlichen Pflichtschulen bekommen von der Stadt Geld, um Schulmaterialien wie beispielsweise Hefte, Bleistifte, Dreiecke, Zirkel, Materialien für den Handarbeitsunterricht oder für das technische Werken anzuschaffen. Pro Schuljahr investiert die Stadt Wien in öffentlichen Pflichtschulen insgesamt über vier Millionen Euro. Auch die allgemein bildenden Privatschulen erhalten jährlich eine analoge Unterstützung von insgesamt rund 900.000 Euro. 

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