Mit rund 200.000 Besuchern an drei Abenden verwandelte Dino Merlin das Koševo-Stadion in Sarajevo am vergangenen Wochenende in ein riesiges Musikfest. Elf Jahre nach seinem letzten Auftritt an gleicher Stelle bewies der Sänger einmal mehr, warum er zu den größten Musikstars des Balkans zählt.
Doch hinter dem heutigen Erfolg steckt eine Geschichte voller Entbehrungen.
Im Gespräch mit dem kroatischen TV-Format "IN Magazin" blickte der Musiker auf die Anfänge seiner Karriere zurück – und sprach dabei so offen wie selten über die schwierige finanzielle Situation seiner Familie.
"Am Anfang war es unglaublich schwer", erzählt Merlin. "Wenn wir Besuch bekamen, konnten wir unsere Gäste nur mit dem Nötigsten bewirten. Danach warteten wir darauf, dass sie gingen, um nachzusehen, wie viel Geld sie unter dem Kopfkissen unserer Tochter zurückgelassen hatten. Davon mussten wir oft die nächste Woche leben."
Die bewegenden Worte zeigen, wie groß die Sorgen damals waren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Amela, mit der er bereits seit seinem 17. Lebensjahr zusammen ist, meisterte er diese schwierige Zeit.
Das Paar heiratete heimlich und hielt auch in den Jahren zusammen, als Geld Mangelware war. Heute gilt ihre Beziehung als eine der beständigsten in der Musikbranche des Balkans.
Auch während seiner gefeierten Konzerte in Sarajevo spielte die Familie für Merlin eine große Rolle. Schließlich kehrte er an den Ort zurück, an dem seine Geschichte begann.
"Ich bin nur 200 Meter von hier geboren. Hier habe ich meine Jugend verbracht, meine erste Liebe erlebt und all die Dinge erfahren, die einen Menschen prägen", sagte der Sänger auf der Bühne. "Stadien und Arenen zu füllen ist schön. Aber das gelingt nur, wenn man zuerst die Herzen der Menschen erreicht."
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte zudem eine Hommage an Halid Bešlić. Hunderte Drohnen zeichneten das Gesicht der Musiklegende über den Nachthimmel von Sarajevo, bevor Merlin den gemeinsamen Hit "Godino vrela" anstimmte.
Dass der Musiker heute zu den erfolgreichsten Künstlern der Region zählt, wirkt angesichts seiner bewegenden Vergangenheit fast wie ein Märchen. Eines, für das er viele Jahre kämpfen musste.