Welt

Diplomatischer Eiertanz um Edward Snowden

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:52

Nach der offiziellen Ablehnung zahlreicher Gesuche liegt die größte Hoffnung auf Asyl für den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden derzeit in Südamerika. Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sollen bei Gesprächen auch über Snowdens Zukunft beraten haben, berichten russische Medien.

Nach der offiziellen Ablehnung zahlreicher Gesuche liegt die größte Hoffnung auf Asyl für den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden derzeit in Südamerika. Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sollen bei Gesprächen auch über Snowdens Zukunft beraten haben, berichten russische Medien.

Nach Absagen von zahlreichen Ländern, die zumeist darauf verwiesen, dass ein Antrag innerhalb der Landesgrenzen eingereicht werden müsse, liegt die größte Hoffnung auf Asyl vor allem in Lateinamerika. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro sagte russischen Journalisten am Dienstag, Snowden habe noch nicht in Venezuela um Asyl angesucht.

Er verdiene aber Schutz durch internationales und Menschenrecht, sagte der venezolanische Präsident. Snowden selbst glaubt, dass ihm eine Auslieferung in sein Heimatland USA "lebenslange Haft oder sogar den Tod" bringen würde, wie er in seinem Asylantrag an den polnischen Außenminister schreibt.

Laut Berichten der Kreml-freundliche Zeitung Izvestia sei Snowden ein Thema bei den Gesprächen zwischen Maduro und Wladimir Putin am Dienstag gewesen. Der bolivianische Präsident Evo Morales, der ebenfalls Putin traf, hat im Interview mit einem russischen TV-Sender sogar erklärt, sein Land sei bereit, dem Aufdecker Asyl zu gewähren.

Deutschland lehnt Asylgesuch ab

Deutschland hat das Aufnahmegesuch des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden abgelehnt. "Die Voraussetzungen für eine Aufnahme liegen nicht vor", teilten das Auswärtige Amt und das Innenministerium am Dienstagabend in Berlin mit. Aus dem Ausland möglich gewesen wäre aber eine Aufnahme aus humanitären Gründen oder bei Vorliegen eines "politischen Interesses" der Bundesrepublik.

Snowden bat nach Angaben der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks in insgesamt 21 Ländern um Asyl, darunter 13 europäische und sechs lateinamerikanische Staaten sowie China und Indien. Seinen Antrag in Russland zog er zurück, da er die Auflagen nicht erfüllen wollte. Klare Absagen gab es aus Indien und Brasilien. Die meisten anderen Länder lehnten das Gesuch aus formalen Mängeln ab, da Anträge innerhalb der Staatsgrenzen erfolgen müssten. Dazu gehören neben Österreich auch Finnland, Irland, Norwegen, Polen und Spanien.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Jetzt E-Paper lesen