Dishonored: Der Tod des Outsiders im Test

In der eigenständigen Erweiterung Dishonored: Der Tod des Outsiders macht man sich auf, einen Gott zu töten. Ein göttliches Vergnügen.
Was haben wir über Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske und die spielerische Freiheit darin nur geschwärmt. Fast ein Jahr ist seitdem vergangen und das Game nehmen wir noch immer zur Hand. Nun gibt es mit der eigenständigen Erweiterung Dishonored: Der Tod des Outsiders neue Schleich- und Meuchelkost. Und die ist wieder äußerst bekömmlich.

Fast zehn Stunden wird man mit dem Tod des Outsiders verbringen - für ein komplettes Spiel Mittelmaß, für eine Erweiterung durchaus in Ordnung. Zu allererst: Die technischen Probleme, die bei Dishonored 2 am PC anfangs auftraten und später bereinigt wurden, gibt es hier von Beginn weg nicht. Der erste Eindruck ist schon mal ein ziemlich guter.

Bei der Handlung setzt Der Tod des Outsiders nach den Geschehnissen aus Dishonored 2 an. Der Spieler schlüpft in die Rolle der von Albträumen geplagten Billie Lurke. Gemeinsam mit ihrem Mentor Daud will sie nun den Outsider töten, ein gottgleiches Wesen, das für die übernatürlichen Kräfte der Assassinen verantwortlich sein soll. Angesiedelt ist die Handlung wieder im Kaiserreich der Inseln.

Nicht nur für Kenner

Klingt alles komisch? Dann sind Sie vermutlich ein Neueinsteiger in die Dishonored-Serie. Das ist aber kein Problem, denn weder erfordert die Erweiterung eingehendes Wissen zu den bisherigen Geschehnissen, noch nimmt der Spielspaß ab. Das Rahmenkonzept der Handlung wird auch Einsteigern gut erklärt und nur in Details wie Brieffunden und ähnlichem geht es um Geschehnisse aus den vorangegangenen Spielen.

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Zwischen den Charakteren Billie und Daud kommen große Emotionen auf, das Vertrauen zwischen der ehemaligen Meuchelmörderin und ihrer Vaterfigur droht immer wieder zu zerreißen. Hier geht es oft tiefgründiger her, als es noch in Dishonored 2 der Fall war.

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Aus einem einfachen Grund. Dishonored 2 musste bei den Wendungen der Handlung darauf Rücksicht nehmen, welchen Charakter, Corvo oder Emily, der Spieler gewählt hat. Der Tod des Outsiders kann komplett kompromisslos die Story vorantreiben, schließlich steuert der Spieler nur Billie, Daud bleibt eine Nebenfigur. Kein Fehler, denn so wird das Spiel authentischer und die verschiedenen Spielstile - Schleichen oder Direktangriff - sind trotzdem nach Lust und Laune möglich.

Gewohnt bildgewaltig

Wie auch der Vorgänger lebt Der Tod des Outsiders von den atmosphärischen Umgebungen und der Steampunk-Atmosphäre mit starken Farben und vielen Details. Klar, nach einem Jahr ist auch diese Grafik etwas gealtert, macht aber noch immer einiges her und muss sich nicht verstecken. Gerade Umgebungen mit viel Lichteinfall sind einfach nur großartig zu betrachten und auch die Charaktere wurden wieder sehr realistisch umgesetzt.

Etwas weniger Freiheit ist beim Gameplay zu entdecken. Während wie erwähnt der Spielstil wieder frei wählbar ist, zeigt sich der Ablauf linearer und mit weniger Nebenaufgaben gespickt als der Vorgänger. Zocker werden dafür aber mit mehr Action und einer fast ständig präsenten Spannung entschädigt – und auch wenn die vielen Aufgaben neben der Hauptquest fehlen oder nur als Aufträge am Schwarzen Brett daherkommen, kann man noch immer eine äußerst lebendige Umgebung erkunden. Schade ist allerdings, dass bis auf eine Spielerentscheidung am Ende die großen Richtungswechsel, die der Zocker in der Hand hat, fehlen.

Kein Chaosfaktor mehr

Einen großen Vorteil zeigt Der Tod des Outsiders durch die Abschaffung des Chaosfaktors. Wurde man in Dishonored 2 für ein aggressives Vorgehen noch in der Form des Chaosfaktor bestraft, dass sich die Persönlichkeiten negativ veränderten, mehr Feinde auftraten und gar das Ende ein gänzlich anderes wurde, killt man in Der Tod des Outsiders nun ungenierter. In dieser Form ist der aktuelle Titel sogar noch spielerisch freier, als es schon der Vorgänger war.

Dishonored: Tod des Outsiders
Dishonored: Tod des Outsiders


Von der Abschaffung profitiert man aber auch beim Spielen selbst, denn selbst im niedrigsten (der fünf) Schwierigkeitsgrade wird man die zuvor festgelegte Schleich-Angriffsweise nicht durchziehen können, weil die Gegner Augen wie Adler haben. So läuft man um die nächste Ecke, landet in einem Kreis von Wachen und muss auf Waffengewalt zurückgreifen. Doch die Gegner sind nicht nur intelligenter geworden, sondern auch stärker. Oft bleibt nur noch die Flucht, wenn man mehr als zwei Feinde am Hals hat.

Fazit: Ein göttliches Vergnügen

Die wenigen Fehler von Dishonored 2 wurden in Der Tod des Outsiders noch weniger. Dass es keinen Chaosfaktor und nur eine Spielfigur mehr gibt, tut beides der Handlung und dem Gameplay gut. Neuerungen gibt es durch Billies Kräfte, mit denen wir als unsichtbarer Beobachter Gegner ausspionieren, uns an neue Orte teleportieren oder gar als Feind tarnen können. Der Wegfall von Tränken zur Fähigkeitsregeneration sorgt dafür, dass wir bedachter spielen müssen.

Neben der Hauptmission gibt es zwar die Zusatzaufgaben, den großen Umfang und die Eigenständigkeit von Dishonored 2 erreichen diese allerdings nicht. Grafisch bekommt man Bekanntes und Bewährtes serviert, und als Bonus gibt es dieses Mal ein "New Game+". Beim Gameplay bleibt Dishonored: Tod des Outsiders ein Ausnahmetitel, und die vielen Verbesserungen sowie die neue Handlung sorgen für ein göttliches Vergnügen.

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