Gerry Friedle hat heuer gleich doppelt Grund zu feiern: Den 25. Hochzeitstag mit seiner Frau und Managerin Sonja, und die Veröffentlichung seines erstes Albums als DJ Ötzi, die ebenso lange zurückliegt.
"Ich habe Glück. Man muss miteinander wachsen oder man ist seelenverwandt, weil mich auszuhalten… Im Team sind wir unschlagbar. Es ist einfach eine große Liebe", ist der Sänger im "Heute"-Gespräch dankbar über seine gute Ehe.
"Meine Frau sagt aber immer, du kannst fleißiger sein", lacht der bodenständige Superstar. Er hat Millionen Tonträger verkauft, alleine sein Hit "Ein Stern (der deinen Namen trägt)", den er mit Nik P. veröffentlichte, war 107 Wochen in den Charts. Gerade ist sein Song "Tirol" viral gegangen – mit knapp 27 Millionen Streams. Statt sich auf seinem anhaltenden Erfolg auszuruhen, erscheint am 24. April sein neues Album "Öha". Der Titel, ein Tiroler Ausdruck für Überraschung, ist programmatisch. Denn vieles ist hier nicht erwartbar.
Auf der Platte liefert er neues Material wie die Singles "Happy" oder "Gigolo", aber auch überraschende Cover-Songs – auf Englisch – wie "Sex on Fire" von Kings of Leon und "Just Can’t Get Enough" von Depeche Mode, einer Band, die ihn stark beeinflusst hat.
Der 55-Jährige will auf "Öha" aber auch seine emotionale Seite zeigen, wie mit dem Lied "Ich schwöre" und zwei Duetten mit seiner Tochter Lisa-Marie. "Ich liebe es. Ich wusste natürlich, wie sie singt, aber nicht, wie sie in der Aufnahme reagiert. Ich bin extra aus dem Studio rausgegangen, dann komme ich rein und es ist magisch", beschreibt er die Zusammenarbeit mit der 23-Jährigen. "Dass ich 'In the Ghetto' mit meinem Schatz machen darf, ist echt cool."
Beim zweiten Duett "Ein Licht" findet er Worte dafür, wie man sich als Vater zwar immer um sein Kind sorgt, aber gemeinsam stark ist. "Als Papa will man beschützen, aber trotzdem auch freilassen. Du musst die Kinder fliegen lassen", so der Sänger.
Seine Tochter ist gerade dabei, sich beruflich zu entwickeln, so führte sie schon durch zwei TV-Shows, eine gemeinsam mit ihrem Vater. "Lisa-Marie hat bei der Moderation wirklich überzeugt", so DJ Ötzi. "Was in Zukunft auf uns zukommt, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Wenn sie singt, stehen wir bewusst gemeinsam auf der Bühne – das verbindet uns und nimmt gleichzeitig etwas Druck heraus. Mir ist es wichtig, ihr den Rücken zu stärken. Die Reaktionen auf manche Themen haben uns natürlich nicht unberührt gelassen. Insgesamt liegt ein sehr intensives halbes Jahr hinter uns."
In einem Vierteljahrhundert als erfolgreicher Künstler, Ehemann und beinahe so lange als Vater, hat Friedle auch mit seinen Ängsten und Erfahrungen gehadert, aber er ist daran gewachsen. "Es war nicht immer einfach. Jetzt habe ich schon viel länger eine gute Zeit als eine schlechte", freut er sich. "Ich bin mit allen in Frieden und das ist wunderschön. Diese Last, dieser Groll – das ist gar nicht mehr da. Deswegen fühle ich mich auch viel freier."
DJ Ötzi macht deutlich: "Ich habe an mir gearbeitet, Hilfe gehabt und reflektiert, was mich krank gemacht und runtergedrückt hat. Ich bin durch die Angst durchgegangen und habe mir gedacht: Steh gerade." Über Rückschläge hat der Star immer offen gesprochen, das macht ihn auch so nahbar. "Zweifeln und jeden Tag besser werden – das ist mein Antrieb", gibt der 55-Jährige zu. "Ich bin nicht nur stark. Ich bin menschlich, wie jeder andere."