Elastische Flächen statt starrer Klappen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) testet neuartige Tragflächen, die sich während des Fluges verformen können. Diese sollen Flugzeuge nicht nur effizienter, sondern auch sicherer machen.
Das Forscherteam hat zwei Flügelsätze aus Faserverbundmaterialien entwickelt. Die sogenannten "morphenden" Flügel verfügen über eine formvariable Hinterkante, die sich spalt- und stufenfrei verformen lässt.
Wie heise.de berichtet, ersetzen kleine Motoren dabei klassische Klappen und Querruder durch ein intelligentes System. Die Antriebe können die Profile an zehn Stellen präzise anpassen, ohne dass Lücken zwischen den Bereichen entstehen.
Das HyTEM-System (hyperelastic trailing edge morphing) wird von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert. Diese wurde vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik entwickelt und trainiert - auch für den Fall von Schäden oder Ausfällen einzelner Steuerflächen.
Die ersten Flugtests am unbemannten Versuchsflugzeug Proteus in Sachsen-Anhalt verliefen erfolgreich. Noch heuer plant das DLR weitere Tests, um zu prüfen, ob das System auch für größere Fluggeräte skaliert werden kann.
Durch die kontinuierliche Form sinkt der Profilwiderstand des Flügels. Außerdem können Auftrieb und Luftwiderstand gezielt beeinflusst werden. Das stellt laut DLR "einen großen Vorteil für die Aerodynamik und Flugmechanik" dar.