Der US-Genforscher James Watson ist tot. Der Nobelpreisträger starb am Donnerstag mit 97 Jahren in einem Hospiz auf Long Island, wie sein früheres Labor am Freitag bekannt gab.
Watson hatte gemeinsam mit dem Briten Francis Crick und dem Neuseeländer Maurice Wilkins 1962 den Nobelpreis für Medizin bekommen. Sie hatten die Struktur der DNA entschlüsselt.
Im April 1953 veröffentlichten Crick und Watson ihren berühmten Artikel, in dem sie die Doppelhelix-Struktur der DNA beschrieben. Wilkins hatte dazu wichtige Vorarbeit geleistet. Das sogenannte Watson-Crick-Modell der Doppelhelix ist bis heute in Biologie-Unterrichtsräumen auf der ganzen Welt zu finden.
2007 sorgte Watson für großen Wirbel, als er mit rassistischen Aussagen auffiel. Er behauptete, dass Schwarze weniger intelligent seien als Weiße. Wegen dieser Aussagen musste er im Alter von 80 Jahren seinen Posten am angesehenen Cold Spring Harbor Laboratory abgeben, wo er einen Großteil seines Forscherlebens verbracht hatte.
2014 verkaufte Watson seine Nobel-Medaille. Ein reicher Russe ersteigerte sie und gab sie ihm als Zeichen der Bewunderung für seine wissenschaftlichen Leistungen zurück.