Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) findet den Vorschlag der Deutschen Bahn für ein Alkoholverbot an Bahnhöfen grundsätzlich gut, sieht aber noch Redebedarf. "Ich finde es erstmal positiv, dass es eine Initiative der Deutschen Bahn gibt, genau in diese Richtung die Situation an Bahnhöfen zu verbessern", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Die Frage, wie das Verbot dann wirklich durchgesetzt werden kann, sei aber eine "problematische", so der Minister weiter.
Er versteht das Anliegen, "dass man mit dem Thema Alkohol an den Bahnhöfen möglicherweise etwas, was auch an Aggressionspotenzialen da vorhanden ist, reduzieren kann oder glaubt, dass man das reduzieren könnte". Dobrindt würde gerne mit Bahnchefin Evelyn Palla "darüber sprechen, welche Grundlage, welche Informationen oder welche Studien sie vielleicht dazu hat", die sie zu dieser Idee gebracht hätten. "Aber es ist keine Idee, die man vom ersten Moment an direkt in die Tonne treten sollte."
Die Bahn hat am Dienstag bekanntgegeben, dass bis zum 15. Oktober ein Alkoholkonsumverbot eingeführt wird – und zwar schrittweise an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland. "Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt", erklärte Konzernchefin Evelyn Palla.
Das Verbot gilt für das Trinken von Alkohol auf den Bahnsteigen und in den Bahnhofshallen. Ausgenommen bleibt aber der Ausschank in der Bahnhofsgastronomie sowie das Mitnehmen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken in Taschen. Kontrolliert wird die Einhaltung von den DB-Sicherheitsleuten und der Bundespolizei. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Platzverweis oder Hausverbot rechnen.