Obwohl ihm nachgewiesen wurde, dass er Teile der Doktorarbeit abschrieb, weigerte sich der steirische Landesrat Buchmann lange, zurück zu treten. Bis jetzt.
„Ich musste in den letzten Tagen zur Kenntnis nehmen, dass ein Fehler vor 17 Jahren schwerer wiegt als Leistungen in der Gegenwart und Ideen für die Zukunft", so Wirtschaftslandesrat Christoph Buchmann (ÖVP) in einer Aussendung. Dem Politiker war der Doktortitel aberkannt worden, weil er nachweisliche Teile seiner Arbeit abgeschrieben hatte. Dennoch weigerte er sich zurück zu treten. Was nun seinen Gesinnungswandel auslöste, ist nicht bekannt.
Landeshauptmann stellte sich hinter ihm
Von der eigenen Partei bekam Buchmann zunächst Rückendeckung, auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer stellte sich schützend hinter ihn. Doch in den vergangenen Tagen waren die Rücktrittsaufforderungen vor allem aus dem Wirtschaftsbund schärfer geworden. Dienstag nach Ostern zog Buchmann daraus die Konsequenzen, er verlässt mit 25. April die steirische Landesregierung.
Nachfolgerin bereits benannt
Buchmanns Nachfolge tritt Barbara Eibinger-Miedl (37) an. Sie war bisher Klubobfrau im ÖVP-Landtagsklub und sitzt seit 2010 im Landtag. Politisch ist sie im Wirtschaftsbund verankert, erst vor wenigen Wochen kam sie aus der Baby-Karenz zurück: "Es war für mich völlig klar, dass es eine Frau sein wird - weil wir wissen, dass wir mit ihr eine exzellente Frau im Team haben", so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bei einer Presseerklärung direkt nach Buchmanns Rücktritt.
Wer Buchmann als Obmann des steirischen Wirtschaftsbundes nachfolgen wird, ist noch nicht klar. Der Landesvorstand trifft sich um 17 Uhr zu Beratungen, um 18 Uhr ist eine Sitzung der erweiterten Landesleitung geplant. (pl)