Hofburg-Kandidat gibt live im ORF Drogenkonsum zu

Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.
Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.Screenshot ORF
Dominik Wlazny wurde während des ZIB2-Interviews von Armin Wolf regelrecht gegrillt. Unter dem Druck des ORF-Stars gab er sogar Drogenkonsum zu.

In der ZIB2-Interviewreihe mit den Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl machte Dienstagnacht Dominik Wlazny alias Marco Pogo von der Bierpartei den Abschluss – und wurde von ORF-Star Armin Wolf regelrecht vorgeführt.

Schon bei der Anmoderation wurde den Zusehern deutlich, dass der erfahrene Moderator Wlazny offenbar eher für einen Jux-Kandidaten als eine ernstzunehmende Person hält. Beim großen Live-Interview schoss er sich mit pointierten Fragen auf seinen Gast ein: "Sind Sie wirklich davon überzeugt, besser als Van der Bellen zu sein?", "Wozu braucht man Sie?"

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Der mit dem Pogo tanzt

Dominik Wlazny musste zugeben, dass es "natürlich inhaltliche Überschneidungen" mit dem amtierenden Präsidenten gebe – diesem hatte er bei der letzten Wahl selbst die Stimme gegeben. Beim Klimawandel etwa sei es auch "komplett verblödet, da eine andere Position einzunehmen". Als Alleinstellungsmerkmal wollte der Rockmusiker vorrangig seine Unabhängigkeit ins Feld führen. Dafür kassierte er von Armin Wolf eine Breitseite, dass es er als Bierpartei-Gründer genauso eine Partei im Hintergrund habe, wie Van der Bellen die Grünen.

Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.
Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.Screenshot ORF

Als es darum ging, seine eigene Forderung nach einem Eignungstest für Minister, zu erklären, wurde er von Wolf gleich noch einmal auseinander genommen. "In Wahrheit wünsche ich mir eine unabhängige transparente Kommission, die die künftigen Minister auf ihre Fähigkeiten hin abklopft". So wolle er politisch motivierte Besetzungen verhindern und man könne sich sicher die "eine oder andere Angelobung" ersparen, erklärte Wlazny nach zahlreichen spitzen Fragen.

Den aktuellen Innenminister Gerhard Karner, hätte er als Schirmherr eines Dollfuß-Museums nicht angelobt. Nach welchen Kriterien genau, konnte er Wolf auch auf wiederholte Nachfrage nicht erklären. Der Anchorman beendete die Thematik schnippisch mit einem: "Konkreter wirds nicht".

Bizarres Drogen-Geständnis

Der ORF-Star legte gleich nach und konfrontierte Wlazny mit einem seiner alten Social-Media-Slogans. Während Wolf die Aussage "Gras zum Bier, gönn es dir" als Aufruf zum illegalen Drogenkonsum anprangerte, sah das der Präsidentschaftskandidat als Satire-Beitrag seiner Kunstfigur Marco Pogo.

Dabei zeigte er, dass er durchaus an sich zweierlei Maß anlegt. Denn als Marco Pogo würde er das genauso so auch heute noch posten, bekräftigte er. Als Dominik Wlazny, der Präsidentschaftskandidat, aber nicht.

Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.
Dominik Wlazny alias Marco Pogo bei Armin Wolf in der ZIB2 am 27. September 2022.Screenshot ORF

Danach wurde es bizarr. Die Szene im Wortlaut:

Armin Wolf: "Konsumieren Sie als Dominik Wlazny oder als Marco Pogo, das ist mir egal, illegale Drogen?"
Dominik Wlazny: "Nein."
Wolf:"Nicht mehr, oder noch nie?"
Wlazny: "Nein, noch nie."
Wolf: "Okay."
Wlazny: "Okay... natürlich habe ich mal einen Joint geraucht."
Wolf: "Das ist ja eine illegale Droge?!"
Wlazny: "Jap."
Wolf: "Also doch?"
Wlazny: *nickend* "Ist schon länger her.... Ja."
Wolf: "Nur einmal?"
Wlazny: "Vielleicht auch zwei Mal."

In Folge ging es noch um die bisherige politische Arbeit des Präsidentschaftskandidaten auf Bezirksebene in Wien-Simmering. Im zuvor eingespielten Hintergrundbeitrag hatte eine FPÖ-Politikerin behauptet, Wlazny sei ein "Schönwetter-Bezirksrat" und eigentlich nie zu irgendwelchen Sitzungen da. Armin Wolf griff das für den nächsten Angriff auf: "Wie ernst nehmen Sie die politische Arbeit wirklich? Ist das noch mehr Show?"

"Da gehe ich dann schon hin."

Der Bierpartei-Gründer wehrte sich vehement gegen diese Darstellung: "Das ist nicht richtig! Ich habe EINE Sitzung seit Dezember 2020 verpasst, weil ich im Ausland war. Ich bin bei allen Bezirksratssitzungen", betonte er. Im gleichen Atemzug erklärte er aber auch, an den Kommissionen nicht teilzunehmen, weil er kein Stimmrecht habe.

"Da kann ich reden, und meine Gedanken teilen und dergleichen, aber...", wollte Wlazny noch ausführen, wurde von dem ORF-Moderator aber gleich zurückgestutzt: "Aber als Bundespräsident können Sie auch nur reden." Darüber waren sich die beiden sogar einig. Wolf biss noch einmal nach: "Da gehen Sie dann schon hin?". Mit einem verzweifelten Lächeln antwortete der junge Wiener nur: "Ja, da gehe ich dann schon hin..."

Heftige Reaktionen im Netz

Noch während des Interviews fielen die Reaktionen im Netz darauf heftig aus. Während zahlreiche User Dominik Wlazny als – nett ausgedrückt – zu unerfahren für das höchste Amt im Staat abstempelten, wurde er von vielen anderen trotz oder gerade wegen seiner katastrophalen Performance Armin Wolf gegenüber gefeiert. "Er ist mei' Präsident! Offen, ehrlich, bissal nervös, bissal durschtig aber super sympathisch", schreibt ein Kommentator, "Lange nicht mehr in der ZIB2 gesehen. Sympathisch mal keinen inhaltslosen Partei-Sprech zu hören", ein anderer.

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