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Donald Trump: Model-Juror, Wrestling-Star, Porno-Dar...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:09

Extravagant - mit diesem Wort lässt sich das von Skandalen geprägte Leben des am 14. Juni 1946 geborenen Donald Trump ganz gut beschreiben. Mit Politik hatte der künftige US-Präsident lange nichts am Hut, fiel eher durch Eskapaden, Beschimpfungen und umso populärere TV-Auftritte auf. Ein Überblick über das Privatleben und den Werdegang Trumps.

Extravagant - mit diesem Wort lässt sich das von Skandalen geprägte Leben des am 14. Juni 1946 geborenen ganz gut beschreiben. Mit Politik hatte der vermutlich künftige US-Präsident lange nichts am Hut, fiel eher durch Eskapaden, Beschimpfungen und umso populärere TV-Auftritte auf. Ein Überblick über das Privatleben und den Werdegang Trumps.

Seine Großeltern waren aus dem damaligen Königreich Bayern in die USA eingereist, Donald wurde schließlich als eines von fünf Kindern des Immobilienmoguls Frederick Trump Jr. und der Schottin Mary Anne MacLeod geboren. Mehrmals gab Donald Trump später in Interviews an, stolz auf "dieses deutsche Blut" zu sein. In seiner Autobiographie erfand er jedoch die Geschichte, dass sein Großvater aus Schweden käme.

Trump fiel früh, bereits in seiner Schulzeit, aus der Reihe. An einer New Yorker Schule wurde er nach nur drei Jahren verabschiedet, weil die Lehrer und auch sein Vater Probleme mit dem jungen Mann hatten. Trump kam auf eine Militärakademie, fiel dort mit sportlichen Höchstleistungen auf und machte 1964 seinen Highschool-Abschluss. An der Fordham University und der Wharton School studierte er danach Wirtschaftswissenschaft, schloss mit einem Bachelor ab.

Mit 200.000 Dollar gestartet

Bereits zu seiner Studienzeit begannen Trumps unternehmerische Tätigkeiten. Sein Vater stellte ihm 200.000 Dollar als Startkapital zur Verfügung, damit kaufte Donald heruntergekommene Häuser, ließ sie herrichten und verkaufte sie teuer weiter. Viele werfen Trump vor, sich vom Wehrdienst freigekauft zu haben - er legte ein Attest vor, dass er wegen Knochenspornen an den Fersen untauglich sei. Später hätten sich die Sporne zurückgebildet.

1977 heiratete Trump das um drei Jahre jüngere tschechische Model Ivana Marie Zelnickova, im selben Jahr wurde sein erster Sohn Donald Jr., 1981 Tochter Ivanka und 1984 Sohn Eric geboren. 1990 ging die Ehe in die Brüche, die Scheidung folgte. Drei Jahre später heiratete Trump die Schauspielerin Marla Maples, im selben Jahr wurde Tochter Tiffany geboren. Nach der Scheidung 1999 heiratete Trump 2005 seine jetzige Frau, das um 24 Jahre jüngere slowenische Model Melania Krauss. 2006 wurde Sohn Barron William geboren.
Wrestling, Models und "You're Fired!"

Das Unternehmen seines Vaters hatte Trump bereits 1974 übernommen, der Name des Milliardärs war aber lange Zeit nur in Wirtschaftskreisen bekannt, obwohl er Hotels, Parfüms, Kleidung, Casinos, eine Modelagentur und ein Aktiengefüge unter seinem Namen laufen hatte. Das änderte sich schlagartig mit seinen Skandalen und skurrilen Auftritten. Neben Rollen in den Kinofilmen "Die kleinen Superstrolche", "Mein Geist will immer nur das Eine...", "Kevin - Allein in New York", "Wer ist Mr. Cutty?", "Zoolander", "Ein Chef zum Verlieben" und "Kindsköpfe 2" sowie zahlreichen TV-Serien trat Trump in einer Nebenrolle auch im Softporno "Playboy Video Centerfold: Playmate 2000 Bernaola Twins" auf. 

Der ganz große Durchbruch für Trump, der auch einen Stern am Walk of Fame verliehen bekam, kam mit der TV-Show "The Apprentice" ab 2003. In der Reality-Show suchte Trump einen Mitarbeiter für sein Unternehmen mit einem Gehalt von einer Viertel Million Dollar. In jeder Folge wurde ein Bewerber gefeuert, die Worte "You're Fired!" gingen in die Geschichte ein. Nebenher riss er sich die Miss Universe Organization unter den Nagel, die die berühmten Miss-Wahlen ausrichtet. Auch im Wrestling hatte Trump Auftritte, ließ 2007 bei Manager-Auftritten Dollar-Scheine in einer Arena herabregnen. 2013 wurde Trum in die WWE Hall of Fame aufgenommen.

Skandale, Skandale, Skandale

Das rennomierte Grand Slam of Golf-Turnier auf einem von Trumps Golfplätzen wurde 2015 erstmals in 36 Jahren ausgesetzt, nachdem er sich rassistisch über mexikanische Einwanderer geäußert hatte. Sein Ehrendoktortitel wurde ihm 2015 wieder von der Robert Gordon University aberkannt, nachdem er einen Einreisestopp für Muslime forderte. Als Ausrichter der Miss USA-Wettbewerbe beschimpfte der Milliardär ein Model als "fette Sau" und "Degenerierte". Nach der Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten zweifelte Trump seine Legitimität im Amt an und wollte Obamas Geburtsurkunde sehen. Von dieser Verschwörungstheorie distanzierte er sich erst im September 2016. Den Klimawandel bezeichnete er als "von und für die Chinesen gemacht".

In seinem Wahlkampf reihte sich ein Skandal an den nächsten. Latinos brächten Drogen und Kriminalität ins Land, "sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute". Einen Parteikollegen, dem US-Senator John McCain, sprach Trump das militärische Heldentum ab, das ihm nach seiner Kriegsgefangenschaft und Folterung im Vietnam-Krieg zugesprochen wurde. Politische Mitbewerber attackierte Trump regelmäßig auf privater Ebene. Politisch wurde Trump immer radikaler, lehnte die Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge ab und kündigte an, Moscheen zu schließen. Als wegen Betrugs gegen Trump ermittelt wurde, patzte er den mexikanischen Richter an - er sei befangen, weil Trump den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko forcieren will. Die breite Empörung schadete ihm wie alles andere aber kaum.
Sticheleien bis zuletzt

Auch im Wahlkampffinale kamen immer mehr skandalöse Meldungen von Seiten Trumps. Eine Aussage, die als Aufruf zur Gewalt gegen Hillary Clinton im Falle ihres Wahlsieges ausgelegt werden könnte - Trump spielte auf das Recht auf Waffenbesitz an - relativierte er später. Für Stirnrunzeln sorgte auch die Aussage, dass es, sollte er die Wahl verlieren, sich wohl um Wahlbetrug handeln würde. Im Oktober 2016 erschien ein Video, das Trump mit unfassbaren Aussagen über Frauen zeigte ("Wenn du ein Star bist, lassen sie es dich machen. Du kannst alles machen. Sie an der Muschi packen. Du kannst alles machen"). 

Trumps Wahlkampfauftritte wurden teils zu Gewaltorgien. Zuerst gingen seine Anhänger auf politische Gegner los, dann mussten einige Auftritte aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt werden, spätere Veranstaltungen wurde von Trump-Gegnern gestürmt, Kinder wurden bei Wahlkampfauftritten verletzt. Unklarheit herrschte bis zuletzt über die politischen Pläne Trumps - erst forderte er eine allgemeine Krankenversicherung, Steuererhöhungen und sprach sich gegen Kriegspläne und für Einwanderung aus. 2012 bezeichnete er die Pläne, Einwanderer abzuschrecken, als "verrückt", bevor er genau diese Pläne 2015 in sein Positionspapier aufnahm. Ebenso bei syrischen Flüchtlingen: Erst befürwortete er die Aufnahme, später kündigte er an, nicht nur keine aufnehmen, sondern auch alle abschieben zu wollen. Letztlich: Sprach er sich erst für Abtreibungen sowie gegen Folter und Krieg aus, schwenkte er in diesen Fragen komplett um.

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