Tausende feierten an den vergangenen Wochenenden am Donaukanal. Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen zog es viele Nachtschwärmer ins Freie – zumal die klassische Nachtgastronomie noch geschlossen hat. Doch der Andrang am Kanal zwischen Wiens City und dem Bezirk Leopoldstadt wirft mehrere Probleme auf - "Heute" berichtete. Denen wollen die Stadt Wien und die Polizei nun gemeinsam begegnen.
Bei einem Runden Tisch am Donnerstag auf Einladung der Gruppe Sofortmaßnahmen haben Stadt und Polizei nun beschlossen, die Kontrollen an der neuen Party-Meile zu intensivieren. Auch die Infrastruktur wird weiter verbessert, so Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen zu „Heute“.
- Verunreinigung:Die Zahl der Abfallbehälter wird aufgestockt. Bereits vor knapp zwei Wochen kamen zu den 150 fixen Abfallbehältern weitere 100 zusätzliche Mistkübel sowie 80 Gelb-Blaue Tonnen zum Mülltrennen und mehrere mobile - Mistkübel. Auch die für die Reinigung zuständige Truppe der Stadtgärten ist seither mit doppelter Mannstärke im Einsatz.
- Pipi-Problem: Zusätzlich zu den vergangenen Freitag aufgestellten zwei WC-Containern werden noch vor dem Wochenende mehrere Mobil-Klos angeliefert.
- Lärmbelästigung: Polizei und Gruppe Sofortmaßnahmen werden die von den Nachtschwärmern mitgebrachten mobilen Musikanlagen genau unter die Lupe nehmen. Es handle sich dabei um Boxen auf Rollen, „da haben wir schon 100 Dezibel und mehr gemessen“, so Hillerer. Hier seien Beschlagnahmungen durchaus möglich.
- Verstärkte Polizeipräsenz: Gemeinsam mit Beamten der Gruppe Sofortmaßnahmen werden Polizeibeamte in großer Zahl am Freitag und Samstag am Donaukanal patrouillieren. Der Fokus liege auf informieren und ermahnen, betont Hillerer. Bei Unbelehrbaren oder besonders gefährlichem Verhalten werde es aber auch zu Strafen kommen.
- Corona-Kontrollen: Der Polizei obliegt es auch, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren. Stichwort: Mindestabstand.
- Lokal-Kontrollen: Weiters werden auch die Betriebsanlagen der Lokale am Donaukanal unter die Lupe genommen.
- Illegale Alkoholverkäufer: Seit vergangenem Jahr treten verstärkt „fliegende Händler“ am Donaukanal auf. Auch hier werde verstärkt kontrolliert.
Ein von mehreren Seiten ins Spiel gebrachte Alkoholverbot am Donaukanal werde nicht kommen. Man wolle niemand vertreiben, aber „es soll sich jeder so benehmen, dass man dort nach wie vor in Ruhe spazieren gehen kann und nicht durch Müllberge belästigt wird“, so Hillerer. Alle Maßnahmen würden bis Mitte kommender Woche evaluiert und dann geschaut, ob und wo noch nachgeschärft werden müsse.