Bethesda und id Software haben mit der Open Beta von DOOM die Tore der Hölle auf PC, PlayStation und Xbox geöffnet. Wir haben uns in die dämonischen Abgründe gestürzt und ausgetestet, was der Titel schon vorab verspricht. Der erste Eindruck ist mit Vorsicht zu genießen, denn allzu viel verriet DOOM noch nicht von der finalen Version. Einzig: Die große Überraschung blieb beim ersten Anspielen aus.
die Tore der Hölle auf PC, PlayStation und Xbox geöffnet. Wir haben uns in die dämonischen Abgründe gestürzt und ausgetestet, was der Titel schon vorab verspricht. Der erste Eindruck ist mit Vorsicht zu genießen, denn allzu viel verriet DOOM noch nicht von der finalen Version. Einzig: Die große Überraschung blieb beim ersten Anspielen aus.
Acht Jahre nach der Ankündigung des neuen DOOM ist die Erwartungshaltung der Fangemeinde immens. Deswegen haben auch wir die Möglichkeit genützt und die fast neun Gigabyte große Open Beta geladen. Probleme blieben dabei aus: Die Serververbindung klappte sofort, das Spiel bot auch kaum sichtbare Ruckler und Mitspieler für die Multiplayer-Matches waren schnell gefunden.
Generell hat DOOM nicht mehr viel mit den Vorgängern gemein. Bisher kann man in den Menüs den eigenen Charakter anpassen, Sets aus jeweils drei teils altbekannten Waffen auswählen und dem Charakter "Hacks" verpassen, die einem für eine gewisse Zeit im Match stärken oder mehr Erfahrung sammeln lassen. Waffen, Skins, Farben und Hacks werden nach und nach durch Erfahrungspunkte freigeschaltet.
Kein großer Grafik-Hammer
Bis zu fünf Spieler konnten in der Open Beta gegeneinander antreten - entweder in einem klassischen "Team Deathmatch" mit sechs versus sechs Spieler oder im "Kriegspfad", bei dem es Kartenpunkte zu erobern galt. Als Karten standen abwechselnd die Maps "Hitzewelle" und "Höllisch" zur Verfügung. Landet man erst in einer Partie, sieht man sofort: Grafisch ist hier (noch?) nicht der Egoschooter der Zukunft am Start. Tatsächlich wirkt DOOM eher als überarbeitete Version eines Vorgängers, als als grafisch neu umgesetzter Shooter.
Das ist schade, denn einige Effekte wiederum - ein Becken mit eindrucksvoll fließender Lave etwa - wirkt liebevoll detailliert gestaltet. Viel Zeit hat man aber sowieso nicht, sich die Umgebung anzusehen, denn DOOM spielt sich schnell. Verdammt schnell. Die Steuerung klappt gut, die Sprünge und Schüsse funktionieren präzise. Doch trotz der Schnelligkeit des Games ergibt sich immer wieder ein Gefühl, als würde man da gerade einen massigen 200-Kilo-Roboter steuern. Nur wenn man eine Dämonenrune aufsammelt und zum bisher einzig verfügbaren Dämonen "Revenant" wird, ergibt sich eine actionreich-flinke Spielerjagd.
Das Potenzial ist da
Ansonsten unterscheidet sich DOOM zu seinen Vorgängern durch eine neue Waffenbalance: Der Raketenwerfer ist auf einmal auffällig harmlos, das Lasergewehr schmilzt dagegen jede noch so starke Rüstung weg. Einen Ausblick auf die als brutal zu erwartende Kampagne bietet der Multiplayer-Modus immerhin die "Glory Kills", bei denen man dem Gegner im Nahkampf den Gar aus macht. Wird man selbst gekillt, kann man beim Respawnen die Waffensets auswählen, mit denen man auf Jagd geht. Schießprügel zum Aufsammeln gab es in der Open Beta keine.
Es sind die Details, die DOOM dann nach einigen Zockrunden doch zu einem spannenden Titel machen. Das Konzept, dass sich Spieler kurzfristig in mächtige Dämonen verwandeln können und dadurch über ganz neue Fähigkeiten und Waffen während eines Matches verfügen, ist eine willkommene Veränderung. Auch der Einsatz der Hack-Module birgt strategisch interessante Möglichkeiten. Und Effekte, wie das Greifen und Hochziehen an Kanten oder die Scharfschützensicht beeindrucken beim Spielen doch.
Fazit
Auch wenn sich das sehnlichst erwünschte DOOM-Feeling bei der Open Beta nicht eingestellt hat, sollte man DOOM nicht abschreiben. Finden die genialen Dämonen-Verwandlungseffekte ebenso wie eine grafische Politur wie im Multiplayer-Trailer ersichtlich Eingang in den Titel, dann sollte das Shooter-Feeling auf den zahlreichen Karten ein ganz anderes sein.
Und seien wir ehrlich: Hört man DOOM, verbindet man damit vor allem einen horrormäßig blutigen Singleplayer-Titel. Von diesem hat id Software noch nichts durchsickern lassen, man darf also gespannt sein, ob Grusel- und Ekelfaktor wieder die Gamer erzittern lassen. DOOM erscheint 13. Mai 2016 vollkommen ungeschnitten für Xbox One, PlayStation 4 und PC.