Dopamin-Fasten: eine Diät für das Gehirn

Hast du Konzentrationsschwierigkeiten und wenig Auszeit von sozialen Stressfaktoren? Ein bewusstes Abschalten kann große Erfolge erzielen.

Ein Trend durchzieht schon länger die Branchen von Tech-Geeks und Startup-CEOs - und er hält sich nicht ohne Grund. Die Akteure der größten Business-Welten nehmen sich regelmäßig eine Auszeit von allen Reizen und begeben sich in eine Praxis des Digital Detox - mit Erweiterung.

Beim sogenannten "Dopamin-Fasten" geht es darum sich über einen gewissen Zeitraum ganz von allem zu verabschieden, das eine Reizüberflutung und Dopamin-Ausschüttung hervorrufen kann. Es soll zu mehr Ausgeglichenheit, Ruhe und Raum für Gedanken - ein Rasten vor dem Rasen - sorgen.

In Silicon Valley gibt es den Trend schon lange. Ein Fitnesscoach und Ernährungsberater hat es in einem Youtube-Video selbst ausprobiert.

Dabei trennt man sich sowohl vom Smartphone, als auch von der Musik, von Videos und seinen sozialen Kontakten. Man setzt sich bewusst völliger Stille aus, was sonst im Alltag der meisten Menschen fast nie vorkommt. Die Annahme der Anhänger: Im Alltag wird Dopamin in Übermaßen produziert. Wir haben den Zustand verlernt, der eintritt, wenn die Reize wegbleiben. So gewöhnen wir uns an den dauernden Dopamin-Beschuss.

Der Entzug soll bewirken, dass wir unsere Wahrnehmung wieder schärfen, Details wahrnehmen, Einzelheiten zu schätzen wissen und unseren Gedankenfluss anregen und dabei auch reinigen.

"Ich habe bei mir bemerkt, dass es mir schwerfiel, mich nur auf eine Sache zu konzentrieren, anstatt zwölf Dinge gleichzeitig zu tun oder ständig das Handy zu checken", erzählt Michael im Gespräch mit bento.

Nichtstun als Termin im Kalender

Dopamin ist für das Funktionieren des Körpers wesentlich - und auch einer der Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie wir mit einem reizüberfluteten Umfeld umgehen beziehungsweise Reize verarbeiten. Ein Mangel an Dopamin kann zu psychischen Störungen und einem seelischen Ungleichgewicht führen. Menschen mit ADHS brauchen etwa meist einen besonders hohen Dopamin-Kick.

Jedoch zieht auch im Alltag oft die Grauzone ein, in der nichts mehr als reizvoll empfunden wird, weil ständig zu viel vorhanden ist, wie Michael weiter bemerkt. Am zweiten Tag des Fastens bemerkte er die Effekte seines Versuchs: "Als ich in mein Lieblingscafé ging, waren mir die ganzen Menschen zunächst zu viel. Gleichzeitig freute ich mich irrsinnig über kleine Dinge – wie gut der Kaffee roch oder wie hübsch die Blätter auf dem Weg aussahen."

Der Drang gleichzeitig immer produktiv als auch erreichbar sein zu wollen, führt zu solchen Überladungen. Stress führt nachweislich zum Trend zu Achtsamkeit und Meditation.

Einen Ruhetag sollte man, nach Empfehlung von James Sinka, einer der prägenden Personen bei dem Begriff des "Dopamin-Fastens", regelmäßig einlegen.

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