Ein Jagdfoto mit René Benko wurde Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter und SPÖ-Chef Georg Dornauer zum Verhängnis. Besonders ein sogenannter Beutebruch auf dem Hut Dornauers sorgte in der Öffentlichkeit für offene Fragen. Dieser bedeutet in Jägerkreisen, der erfolgreiche Schütze zu sein. Allerdings war zum Zeitpunkt der Aufnahme – just einen Tag vor der Nationalratswahl – noch ein Waffenverbot gegen Dornauer aufrecht.
In seiner Rücktrittsrede versicherte der Politiker, dass es zu keinen strafrechtlich relevanten Verfehlungen gekommen sei. Damals beugte er sich letztlich auch dem Druck, der aus den eigenen Reihen auf ihn ausgeübt worden war. Als "in der Wolle gefärbter" Demokrat akzeptiere er die Forderungen aus den eigenen Parteien, sagte Dornauer damals sinngemäß.
Am Mittwoch hielt Dornauer im Tiroler Landtag seine letzte Rede als Landeshauptmann-Stellvertreter. Dabei machte er klar, dass er sich nicht endgültig aus der Politik zurückziehen wolle. Der 41-Jährige kündigte an, künftig dem Tiroler Landtag als Abgeordneter angehören zu wollen. Schon nach Bekanntwerden des Rückzugs aus der Landesspitze sorgte der geäußerte Wunsch, als Landtagsabgeordneter weitermachen zu wollen, für Irritationen in der eigenen Partei.
Dornauer verwies aber in einer später abgehaltenen Pressekonferenz auf ein Gespräch, das er kürzlich mit dem verstorbenen SPÖ-Giganten Hannes Androsch geführt habe. Dieser habe ihm gesagt, dass man ein Mandat nicht so einfach aufgebe. Diese Worte nehme er "sehr ernst", auch im Hinblick auf zahlreiche Vorzugsstimmen, die er bei der vergangenen Landtagswahl erhalten habe. Dornauer versprach "mit vollem Engagement" als Mandatar tätig sein zu wollen. Über Weihnachten werde er in sich gehen und im neuen Jahr bekanntgeben, wie es beruflich weitergehen wird. Es könnte also eine weitere Tätigkeit hinzukommen. Seine eigene Partei hingegen will offenbar, dass es sich bei Dornauers Landtags-Engagement um ein "temporäres" handelt.
Nachfolger Philip Wohlgemuth wird am Donnerstag im Zuge der Landtagssitzung als neuer Landeshauptmann-Stellvertreter angelobt. Diesem sicherte er "jegliche Unterstützung" zu. Dankende Worte fand Dornauer gegenüber seinen Genossen am Mittwoch keine – für Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hingegen schon.