Doskozil nehme "derzeit eine Situation wahr", dass die Bundesregierung ganz abgesehen von der Entwicklung der Fallzahlen, "nicht fähig" sei, mit der Corona-Situation umzugehen. Das hätten ihm auch andere Bundesländer bestätigt, so der Landeshauptmann des Burgenlands bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Der öffentliche Streit und das Ausrichten von Maßnahmen über das Fernsehen zeige, wie "die Bruchlinien zwischen der Koalition verlaufen".
Es sei aber laut Doskozil der falsche Zeitpunkt, "politisches Kleingeld in einer Situation zu wechseln, die alle Österreicher betrifft" und man erlebe hier "Parteipolitik auf sehr niedrigem Niveau". Dringend empfehle Doskozil den Verantwortlichen in der Regierung, dass "wieder zusammengefunden wird", denn derzeit sei sie simpel "überfordert mit inhaltlich-sachlichen Themen". "So wird es nicht weitergehen können", attestierte Doskozil, der nun das Ruder selbst in die Hand nimmt.
Im Burgenland habe man eine hohe Impfquote, aber auch hier würden die Inzidenzzahlen steigen, so Doskozil. Halbwegs gut liege man bei den Hospitalisierungen, hier erwarte der SPÖ-Länderchef aber, dass man Patienten aus anderen Bundesländern werde aufnehmen müssen. "Impfen, impfen, impfen", laute nun weiterhin das Gebot der Stunde, dazu sei die restliche Woche ein freies Impfen ohne Anmeldung in allen burgenländischen Bezirken möglich, danach werde es dann ein mobiles Impfteam geben.
Mehr Infos – Burgenlands Impfangebot
➤ Impfen mit Termin: 94 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte impfen im November in allen Bezirken
➤ Impfen ohne Termin: In Gols, Müllendorf, Mattersburg, Oberpullendorf, Oberwart, Heiligenkreuz jeden Mittwoch bis Freitag: 16 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag 8 bis 13 Uhr sowie 13.30 bis 16.30 Uhr; als Impfstoffe stehen Mittwoch und Sonntagnachmittag Moderna für über 30-Jährige zur Verfügung, an anderen Tagen: Biontech/Pfizer.
➤ Impfen in der Gemeinde: Sechs mobile Impf-Teams sind ab der kommenden Woche in allen Bezirken aktiv, jede burgenländische Gemeinde soll zumindest einmal aufgesucht werden. Termine und Fahrplan werden derzeit erarbeitet.
Alle Infos auf burgenlandimpft.at
Ein Comeback feiert im Burgenland dagegen die FFP2-Masken-Pflicht im öffentlichen Raum, dazu werde es auch beaufsichtigte Antigentests in den Straßenbauämtern geben, die dann für 24 Stunden und damit für die Arbeit gelten, so Doskozil. Veranstaltungsverbote werde es nicht geben, Doskozil empfahl aber, in den nächsten Wochen keine durchzuführen. Aber: Sollte es zu Situationen wie der Triage in Salzburg kommen, könne er nicht garantieren, dass man mit den jetzigen Maßnahmen noch gut durch die vierte Corona-Welle komme.