Paketboten läuten nicht – 2.000 Beschwerden in 2 Tagen

Bereits seit einigen Monaten häufen sich Beschwerden über den Paketzusteller DPD Austria.
Bereits seit einigen Monaten häufen sich Beschwerden über den Paketzusteller DPD Austria.Ernst Weingartner / picturedesk.com
RTR hat das Aufsichtsverfahren gegen den Paketlieferdienst DPD ausgeweitet. Allein am vergangenen Wochenende hat es über 2.000 Beschwerden gegeben.

Bereits seit einigen Monaten häufen sich Beschwerden über den Paketzusteller DPD Austria. Der Grund für den Ärger ist, dass die Zustellung der Pakete an der Haustür nicht einmal versucht werde, sondern das Paket direkt in einem Paketshop lande - obwohl die Empfänger nachweislich zu Hause gewesen seien, unter anderem wegen der CoV-Ausgangsbeschränkungen.

Paketboten läuten nicht an

Die Paketboten läuten erst gar nicht an und hinterlassen einen Zettel: "Wir haben Sie nicht angetroffen, bitte holen Sie das Paket bei der Post ab." Die Regulierungsbehörde RTR hat vor wenigen Tagen ein Aufsichtsverfahren gegen den Paketdienst eingeleitet, doch es hagelte weitere Beschwerden.

Allein am vergangenen Wochenende waren es über 2.000. Viele User beklagten sich auf der Facebook-Seite von DPD, andere kontaktierten die Arbeiterkammer. Die RTR vermutet ein größeres Problem und weitet das Verfahren aus, berichtet "orf.at".

"Das ist sehr außergewöhnlich", erklärt RTR-Jurist Wolfgang Feiel. Üblicherweise gebe es rund 200 Beschwerdefälle im gesamten Jahr. Wie Empfänger schildern, seien sie wegen des Lockdowns zu Hause gewesen. Trotzdem sei ihr Paket im Paketshop gelandet. Die Zusteller würden vermerken, dass sie einen Zustellversuch gemacht haben.

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Die RTR vermutet strukturelle Mängel. Laut Postmarktgesetz muss es zumindest einen Zustellversuch geben. "Aufgrund der Vorkommnisse meinen wir, dass offenbar strukturelle Zustellmängel vorliegen – ohne dem Verfahren vorgreifen zu wollen", betont Feiel.

"Zustellung nicht gesetzmäßig"

Die Mängel seien nicht auf einen bestimmten Zusteller oder einen Zustellbezirk beschränkt. Die Zustellung werde generell in einer Weise vorgenommen, die nicht gesetzmäßig ist. "Das ist zum Nachteil der Empfängerin oder des Empfängers."

DPD verwies gegenüber "orf.at" auf das stark gestiegene Paketaufkommen. Dies betrifft jedoch alle Paketdienste. Bis zu 400.000 Pakete habe DPD an Spitzentagen im Dezember täglich ausgeliefert. Bei der Post waren es sogar eine Million täglich. DPD kündigte an, jeder einzelnen Beschwerde nachzugehen, "sobald alle Fälle im Detail bekannt sind".

Ist ein DPD-Paket im Paketshop gelandet, sollte man mit der Abholung schnell sein. Das Unternehmen verkürzte am 1. Februar die Lagerzeit von zehn auf sieben Kalendertage. Danach geht das Paket wieder zurück.

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