Dramatischer Hilferuf des Weißen Zoos wegen Virus

Direktor Herbert Eder kämpft derzeit mit seinem Weißen Zoo im Bezirk Lilienfeld ums nackte Überleben: "Alles storniert, aber die Tiere müssen täglich versorgt werden."

Anders als in Schönbrunn, Haag oder Herberstein, wo Bund, Land oder Gemeinde für den Tierpark aufkommt, wird der Weiße Zoo (oder Kameltheater Kernhof genannt) rein privat geführt. Direktor Herbert Eder lenkt seit vielen Jahren mit Hingabe den Zoo, in dem sich wahre Raritäten tummeln und das weltweit einzigartige Kameltheater sein Zuhause hat.

"Die letzen Choreografien für das Kameltheater habe ich mit Bierflaschen in einem Hotelzimmer auf Korfu vor fünf Jahren einstudiert", erinnert sich Direktor Eder. Herbert Eder, der sehr viel in der Welt herumkam, mit den Jahren den Zoo zu einer Marke aufbaute, übergab den Weißen Zoo mit Jahresende an seinen Sohn Rainer Zöchling, der ohnedies seit vielen Jahren im Betrieb arbeitet.

Existenzielle Krise

Und just im ersten Jahr des Juniors kam es gleich unverschuldet zu einer existenziellen Krise. Nach fünf Monaten Winterpause sollten mit Mitte März die Tierpatentreffen stattfinden und mit Ende März/Anfang April der Regelbetrieb beginnen. "Alle Busse, alle Besuchsgruppen haben bereits storniert", seufzt Rainer Zöchling. Nur: Die Tiere, von den Nasenbären bis zu den weißen Tigern, von den Kamelen bis zu den Kängurus (inklusive dem 2019 ausgebüxten Johann - "Heute" berichtete), müssen täglich versorgt, gepflegt und gefüttert werden.

"Nur die 30 Raubkatzen alleine brauchen rund 110 Kilogramm Rindfleisch am Tag", so Herbert Eder. Zudem fehlt es an Nachschub - Spezialfutterlieferungen und Nahrungsergänzungen werden derzeit nicht aus Deutschland geliefert.

"Wir haben vier Pfleger, zwei arbeiten täglich im Notbetrieb, zwei bleiben aus Sicherheitsgründen immer daheim. Natürlich kann und will ich keinen entlassen. Ich kann auch niemand in Kurzarbeit schicken. Der Arbeitsaufwand ist ja - bis auf die wegfallenden Führungen und Gastro - derselbe", sagt Herbert Eder und schießt nachdenklich nach: "Ich kann ja die Raubkatzen nicht erschießen oder einfach rauslassen und sich selbst überlassen und sagen: So jetzt sucht euch das Futter im Ort."

Sie wollen helfen - Spenden bitte an: Weißer Zoo; Kontonummer: AT 51 32447 0000 5013867.

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