Drang auf Gymnasien in Österreich so stark wie nie

Der Andrang aufs Gymnasium ist so hoch wie noch nie: 80.000 Schüler melden sich heuer für AHS oder NMS an.
Der Andrang aufs Gymnasium ist so hoch wie noch nie: 80.000 Schüler melden sich heuer für AHS oder NMS an.Bild: Shutterstock
80.000 Kindern in Österreich steht der Abschluss der vierten Volksschulklasse bevor. Der Trend zum Gymnasium nimmt weiter zu.

Noch wechseln nach der Volksschule knapp zwei von drei Kindern in eine Neue Mittelschule (NMS), die übrigen auf eine Allgemeinbildende höhere Schule (AHS).

Diese Zahlen verlagern sich jedoch jährlich, nämlich so, dass immer mehr Kinder nach der Volksschule ein Gymnasium besuchen.

Im vergangenen Schuljahr verzeichnete man mit plus 1,5% und 120.000 AHS-Unterstufenschülern einen neuen Höchststand. Bei der NMS genau umgekehrt: 208.000 Schüler bildeten seit dem Schuljahr 1965/66 den neuen Tiefstand.

Stress für Kinder, Eltern und Lehrer

Die Entscheidung, wie es nach der Volksschule weitergehen soll, wird für Eltern, Kinder aber auch Lehrer immer mehr zum Stressfaktor, wie Pädagogen oft berichten. Insbesondere in den Städten deutet der Trend zum Gymnasium hin. Hier ist das Resultat ein enormer Notendruck, den Kinder, Eltern und Lehrer zu spüren bekommen. Eltern würden vor der Vergabe des Abschlusszeugnisses Druck auf die Lehrer ausüben, da bereits ein Zweier mehr den Weg ins Wunschgymnasium versperren kann.

Die Allgemeinbildene höhere Schule (AHS) oder auch Gymnasium nimmt Schüler dann auf, wenn im Zeugnis die Fächer Deutsch, Lesen und Mathematik mit keiner schlechteren Note als "Gut" und alle anderen Pflichtgegenstände positiv abgeschlossen wurden. Bei einem "Befriedigend" in einem oder mehreren Pflichtgegenständen kann dennoch für eine Aufnahme des Kindes entschieden werden, wenn alle übrigen Leistungen den Anforderungen entsprechen.

Die Lehrer wären daher froh, wenn diese Entscheidung nicht mehr an ihnen liegen würde.

Neues Messverfahren soll Druck von Lehrern nehmen

Auch wenn die Anmeldung für die AHS auch in Zukunft von Abschlusszeugnis der vierten Volksschulklasse abhängig sein wird, sieht das Bildungsministerium den Einsatz eines Messverfahrens vor. Dieses soll als zusätzliche, nicht durch die Lehrer erfolgte Beurteilung der Schüler dienen.

Das zweistufige Verfahren nennt sich individuelle Kompetenz- und Potenzialmessung (iKPM) und ist ab dem Schuljahr 2022/23 geplant. Bereits in der dritten Klasse soll die iKPM Unterstützungsbedarf feststellen, in der vierten Klasse wird überprüft, ob die Maßnahmen gegriffen haben. Die Ergebnisse werden in verbindlichen Elterngesprächen diskutiert, was den Eltern helfen soll, die Lage objektiver zu sehen und die Leistungen ihres Kindes nachvollziehbar zu machen.

Der Wunsch-AHS, an der das Kind angemeldet wird, sollen die Ergebnisse der IKPM nicht vorgelegt werden. Entscheidungsgrundlage für eine Aufnahme bleibt das Zeugnis.

(rfr)

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