"Dreckschwein" - AFD-Mandatar beleidigt toten Politiker

AFD-Mandatar Nicolaus Fest nannte einen verstorbenen EU-Politiker laut einem Medienbericht "Dreckschwein".
AFD-Mandatar Nicolaus Fest nannte einen verstorbenen EU-Politiker laut einem Medienbericht "Dreckschwein".Michael Kappeler / dpa / picturedesk.com
Ein deutscher AFD-Politiker steht im Kreuzfeuer der Kritik: Laut Recherchen der ARD zog er auf besonders geschmacklose Art über einen Kollegen her. 

Mit den Worten "Endlich ist dieses Dreckschwein weg" soll sich der AFD-Europaabgeordnete Nicolaus Fest in einer Whatsapp-Gruppe über den Tod des EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli geäußert haben. Zudem habe er ihn auf Screenshots von Chats, die dem "ARD-Hauptstadtstudio" vorliegen, als "Antidemokraten" und eine "Schande für jede parlamentarische Idee" bezeichnet.

AFD-Parteichef Jörg Meuthen zeigte sich gegenüber dem "ARD-Hauptstadtradio" über die Aussagen von Fest schockiert. Er finde die Aussage nach dem Versterben eines Kollegen "verstörend, tief abstoßend und unentschuldbar". Sassolis Tod löste zwei Tage zuvor Bestürzung in der EU aus.

Nicolas Fest distanziert sich nicht von den Aussagen

Fest selber soll sich bisher nicht von seinen Aussagen distanziert haben. Er wolle sich in dieser Woche zu einem späteren Zeitpunkt noch mal ausführlich äußern und soll hinzugefügt haben, dass Sassoli oftmals "skandalös parteiisch" gewesen sei.

Auch Katarina Barley, die Vize-Präsidentin des Europaparlamentes, reagierte empört und ehrte ihren ehemaligen Kollegen mit den Worten, er sei ein respektierter und geschätzter Präsident gewesen. Auch weil dieser "Rechtsextremismus und Hass im Europäischen Parlament nicht geduldet habe". Die Äußerungen von Nicolas Fest seien bezeichnend für ihren Urheber.

Der Sozialdemokrat und EU-Parlamentspräsident David Sassoli war in der Nacht zum Dienstag im Alter von 65 Jahren gestorben. Zuvor wurde er "wegen einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems" behandelt. Sassoli galt unter anderem als Kritiker der Migrationspolitik vieler EU-Mitgliedsstaaten. Immer wieder setzte er sich für die Belange von Menschen auf der Flucht ein.

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