Drei deutsche Trainer sorgten für die Tokio-Eklats

Ohrfeige an einer Judoka, "Kameltreiber"-Sager, Faustschlag gegen Pferd – die deutschen Trainer sorgen für Aufregung.
Ohrfeige an einer Judoka, "Kameltreiber"-Sager, Faustschlag gegen Pferd – die deutschen Trainer sorgen für Aufregung.Screenshot
Eine geohrfeigte Judoka. Eine "Kameltreiber"-Beleidigung. Ein geschlagenes Pferd. Deutsche Trainer sorgten für Olympia-Eklats. 

Es waren nicht die Spiele unserer Nachbarn. Deutschland holte in Tokio 37 Medaillen. "Nur" zehn davon glänzten in Gold. Für eine stolze Sommersport-Nation wie Deutschland ist das historisch wenig. Es handelt sich um die magerste Ausbeute seit dem Mauerfall.

Zum Vergleich: Vor fünf Jahren durften die Deutschen in Rio noch über 17 Goldene jubeln. 

Dafür trat der Zehnte des Medaillenspiegels mit drei Aktionen von deutschen Trainern in Erscheinung. Alle drei schrieben internationale Schlagzeilen. Zumindest zwei davon hätten darauf wohl liebend gerne verzichtet. Sie handelten sich sogar Sperren ein.

Trainer watscht Judoka ab

Zunächst verblüffte der 54-jährige Claudiu Pusa die Sportwelt. Er schüttelte die deutsche Judoka Martyna Trajdos vor ihrem Kampf, ohrfeigte sie vor den Augen von Millionen TV-Zusehern. Der Aufschrei in den sozialen Medien war groß.

Das Video des Aufwärmritual ging viral. Trajdos eilte ihrem Coach auf Instagram zur Hilfe, schrieb: "Bitte macht ihm keine Vorwürfe! Ich brauche das vor meinen Kämpfen, um wach zu sein."

"Hol dir die Kameltreiber!"

Der deutsche Radsport-Trainer Patrick Moster sorgte hingegen für einen handfesten Skandal. Er realisierte wohl nicht, dass TV-Kameras auf ihn gerichtet waren, Mikrofone jedes Wort einfingen, als er seinen Schützling anfeuerte.

Moser schrie Niklas Arndt hinterher: "Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!" Vor dem Deutschen waren Azzedine Lagab (Algerien) und Amanuel Ghebreigzabhier (Eritrea) gestartet. Die rassistischen Aussagen hatten Konsequenzen. Der Weltverband sperrte ihn.

Mosers Reaktion: "Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren."

"Hau mal richtig drauf!"

Kurz vor Ende der Spiele handelte sich auch die deutsche Trainerin Kim Raisner eine Sperre ein. Annika Schleu kämpfte im Modernen Fünfkampf um Gold. Das ihr zugeloste Pferd wollte im Springreit-Bewerb nicht kooperieren, verweigerte mehrmals.

Die Trainerin rief ihr deutlich hörbar zu: "Hau mal richtig drauf! Hau drauf". Zugeschlagen hat sie dann auch selbst. Und zwar mit der Faust auf das Hinterteil des Tieres. Der Weltverband schritt ein, sperrte sie für den Wettkampf der Männer am darauffolgenden Tag.

Sowohl die in Tränen aufgelöste Schleu als auch ihre Trainerin Raisner kassieren in den sozialen Medien einen Shitstorm. Ihnen wird Tierquälerei vorgeworfen. Schleu hat ihr Instagram-Profil gelöscht.

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