Balkan-Star starb bei Crash – Unfallgegner vor Gericht

Die serbische Musiklegende Saban Saulic verstarb im Februar 2019 nach einem Konzert in Bielefeld durch einen Autounfall.
Die serbische Musiklegende Saban Saulic verstarb im Februar 2019 nach einem Konzert in Bielefeld durch einen Autounfall.imago
Am Donnerstag verhandelte das Amtsgericht Gütersloh (D) über den Unfalltod des serbischen Sängers Saban Saulic. Das Urteil: mehr als drei Jahre Haft.

Der Deutsche war auf der Autobahn A2 bei Gütersloh auf jenes Auto aufgefahren, in welchem der Sänger mit zwei anderen Personen saß. Der 1951 geborene Saulic hielt am 17. Feruar 2019 ein Konzert in Bielefeld und war mit seinem Team auf dem Weg zum Flughafen, als das Unglück geschah. Sein Keyboarder Mirsad Keric (43) kam ebenso ums Leben. Der Unfallverursacher muss nun drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Verschiebung des Prozesses wurde abgelehnt

Der Anwalt des 37-jährigen Beschuldigten pochte schriftlich darauf, die Verhandlungen zu verschieben. Das lehnte das Gericht ab und meinte, dass dies nur den Prozess verzögern würde und es keinen Anlass dazu gegeben hätte. Des weiteren plädierte der Anwalt des 37-Jährigen für die Mindeststrafe, da sein Mandant in einem Dienstverhältnis stehe und eine hohe Strafe ein Trauma für sein Kind sein könnte. 

Täter mit 192 km/h und unter Drogeneinfluss

Der Täter türkischer Abstammung fuhr laut serbischen Medien mit 192 km/h in Sabans Fahrzeug, das mit etwa 80 Kilometer pro Stunde unterwegs war. Sein Anwalt gestand, dass der Beschuldigte unter Einfluss von Drogen stand und auch andere private Probleme hatte. Er konnte sich laut eigenen Angaben nicht daran erinnern, wie der Unfall überhaupt zustande kam. Er konnte sich nur noch an den Aufprall selbst und ein Bremsmanöver erinnern.

Täter bekam Morddrohungen und hatte Polizeischutz

Er ist laut dessen Anwalt zwar über das Ausmaß des Urteils geschockt und erleichtert zugleich. Der Türke stand nämlich aufgrund von Morddrohungen in den sozialen Medien unter Polizeischutz. Auch von seinen Arbeitskollegen habe er ständigen Druck gespürt, ließ sein Anwalt verlautbaren. Mehrere Nebenkläger, wie die Familie der serbischen Musik-Legende sowie der Sohn des verstorbenen Keyboarders, waren für den Prozess aus Belgrad und dem Rhein-Main-Gebiet angereist.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Urteil von drei Jahren und drei Monaten unbedingter Haft ist noch nicht rechtskräftig. Die Nebenkläger forderten bis zu vier Jahre Haft. Drei Monate sollen dem geständigen Mann allerdings wegen der langen Verfahrensdauer und seiner Zeit in Untersuchungshaft erlassen werden. Wie aus einem Interview mit der "Deutschen Welle" zu entnehmen ist, pochte der Strafverteidiger der Nebenkläger auf eine unbedingte Haftstrafe, welche ab einem Urteil von zwei Jahren eintritt.

König der serbischen Volksmusik

Saban Saulic war ein Superstar in seiner Heimat. Weil viele seiner Anhänger aus dem ehemaligen Jugoslawien außerhalb dieser Region leben, hatte er auch in vielen anderen Ländern Europas eine große Fangemeinde. Seine Fans nannten ihn den "König" (Zu Serbisch: Kralj). Er war einer der beliebtesten Interpreten der Unterhaltungsmusik des Balkans, einer Mischung aus Schlager, Pop und Volksmusik.

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