Eigentlich ist es recht ruhig in der Motorsport-"Königsklasse". Es scheint, als würde die gesamte Rennserie auf die Entscheidung von Star Max Verstappen warten. Zur Erinnerung: Der Niederländer kann aufgrund seines aktuell sechsten Rangs in der Fahrer-Weltmeisterschaft eine Klausel in seinem bis 2028 laufenden Bullen-Vertrag aktivieren und aus diesem gratis aussteigen – freilich, sofern er das möchte.
Auffallend war zuletzt jedenfalls, dass sich Verstappen nicht eindeutig zu Red Bull bekannt hatte, dass er immer wieder neben dem aktuellen Regelwerk auch öffentlich seinen nicht konkurrenzfähigen RB22 kritisiert hatte. Die Bullen wiederum sollen versuchen, mit Verstappen bis 2029 zu verlängern und bei einem deutlich gestiegenen Salär auch die Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag rauskaufen zu wollen. Ein Versuch, die Klausel gegen kolportierte acht Millionen Euro zu streichen, blieb erfolglos.
Doch wohin könnte Verstappen gehen? Da gibt es eigentlich nur zwei Optionen: Zuletzt wurde immer wieder McLaren genannt, könnte der Niederländer an der Seite des aktuellen Weltmeisters Lando Norris fahren. Dann müsste Oscar Piastri Platz machen. Bei Mercedes scheint eigentlich die Türe zu zu sein. Zuletzt tauchten aber wieder Schnappschüsse von Verstappen und Mercedes-Teamchef Toto Wolff auf. Die beiden Familien haben sich im Urlaub auf Sardinien zumindest getroffen, womöglich sogar gemeinsam geurlaubt.
Eigentlich warteten alle, dass Verstappen eine Kettenreaktion auslöst. Allerdings hat der Niederländer bis in den Oktober hinein Zeit, seine Entscheidung zu treffen. Deshalb könnte es nun unabhängig davon zu einer Dreier-Rochade in der Motorsport-"Königsklasse" kommen. Zumindest berichtet das "Auto Sport Web" aus Japan.
Im Mittelpunkt dieser Gerüchte steht Altmeister Fernando Alonso, der aktuell bei Aston Martin unter Vertrag steht. Aber auch der Doppel-Weltmeister soll, ähnlich wie Verstappen, eine Ausstiegsklausel haben, die greifen würde, nachdem sein Rennstall nach einem inferioren Saisonstart sportliche Minimalziele nicht erfüllt habe.
Das Portal schreibt deshalb von Verhandlungen zwischen dem 45-jährigen Alonso und seinem Ex-Rennstall Alpine, geführt von Flavio Briatore – das Gespann hatte 2005 und 2006 die beiden Alonso-WM-Titel eingefahren. Nun könnte der Spanier noch einmal zum Team zurückkehren. Es soll zumindest eine "gute Chance" dafür geben. Ab 2027 steigt das Luxusunternehmen Gucci als Sponsor ein und soll so auch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Alonso-Deal schaffen.
Darüber hinaus soll Briatore dem Alpine-Stammfahrer Franco Colapinto bereits mitgeteilt haben, dass er sich für die kommende Saison um ein anderes Cockpit umschauen müsse. Der Argentinier bringt zwar ein großes finanzielles Sponsorenmitgift mit, doch durch den Gucci-Deal scheint Alpine auf diese nicht mehr angewiesen zu sein.
Der dritte involvierte Fahrer ist Carlos Sainz. Alonsos Landsmann ist aktuell bei Williams unter Vertrag, hatte zuvor bei Ferrari wegen des Sensationsdeals rund um Lewis Hamilton gehen müssen. Er hat stets betont, die Augen nach einem Top-Cockpit offenzuhalten. Zwar hat sich Aston Martin nicht gerade als Top-Adresse in den letzten Wochen herauskristallisiert, allerdings bieten Milliardär Lawrence Stroll und Star-Designer Adrian Newey durchaus eine Perspektive für den Rennstall. Und für Sainz. Im Gegensatz zu seinem Williams-Team, das sich eigentlich auf die neue Regelperiode konzentrieren wollte, allerdings regelrecht Rückschritte zu machen scheint.
Demnach würde dann ein Platz bei Williams frei werden. Und hier könnte Colapinto zum Zug kommen, nachdem der Argentinier nur von Williams an Alpine "ausgeliehen" ist.