Ein Mini-Cluster in der Steiermark geht auf sechs lebenslustige Direktoren von landwirtschaftlichen Fachschulen zurück. Sie hatten sich noch vor Weihnachten in dem Schulgebäude in Kirchberg am Walde im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld zum gemeinsamen Schnapsbrennen getroffen. Das berichtet die "Kleine Zeitung" am Montagabend.
Der "Club der Direktoren" treffe sich immer wieder zu gemeinsamem Freizeitprogramm, erklärt Schulleiter Roman Bruckner (62) gegenüber der Zeitung. Durch den Lockdown und die Umstellung auf Distanzunterricht sei viel Arbeit liegen geblieben. Deshalb habe er sich vor wenigen Wochen dazu bereit erklärt, die Edelbrände aus dem Unterricht, die sonst im Ab-Hof-Laden der Fachschule verkauft werden, selbst in seiner Freizeit zu produzieren.
Perfekt für ein gemeinsames Miteinander dachte sich wohl der erfahrene Brenner und lud fünf seiner Direktoren-Freunde dazu ein, mitzumachen. Das hatten die Schulleiter aber nicht zu Ende gedacht, wie sich später zeigte.
Bruckner beteuert zwar, dass alles unter "strengster Verwendung eines Mund-Nasenschutzes" abgelaufen sei und der Raum auch groß genug gewesen sei.
"Hier arbeiten auch Schüler, für mich stellte dies also kein Problem dar, wenn Freunde helfen", so der 62-Jährige, der mittlerweile selbst eingesteht, dass das "im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee und ein Fehler" gewesen ist.
Denn drei der "Clubmitglieder" wurden im Anschluss positiv getestet. Das Virus war offenbar durch das Weiterreichen der Gläser bei der Verkostung übertragen worden. Die Infizierten hatten Glück im Unglück, keiner von ihnen zeigte gesundheitsgefährdende Symptome. Nach zwei Wochen in Quarantäne seien alle Betroffenen wohlauf. Die Fachschule Kirchberg am Walde ist wegen der Ferien sowieso noch geschlossen.
Im Land will man den Vorfall nun genau prüfen. Ob das heitere Beisammensein Konsequenzen haben wird, ist noch unklar.