Hubschrauber haben Menschen von Hausdächern gerettet, nachdem am Montag heftige Regenfälle über den Osten Spaniens gezogen sind. Überschwemmungen und Stürme forderten mindestens drei Todesopfer, mehr als 80.000 Menschen mussten vorerst in ihren Häusern bleiben.
Der Sturm Adam hat mehrere Orte an der Mittelmeerküste lahmgelegt. Flüsse sind über die Ufer getreten, Straßen verwandelten sich in reißende Ströme. Die Bilder erinnern an die verheerende Flut vor zwei Jahren in der Region Valencia, bei der mehr als 230 Menschen ums Leben gekommen sind.
Einsatzkräfte der Militär-Notfalleinheit fanden am Montag bei Rettungsarbeiten in der Stadt Oliva die Leiche einer Frau. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf drei, wie der Regionalsender A Punt unter Berufung auf die Einheit berichtet. Zwei weitere Frauen waren bereits am Wochenende ums Leben gekommen: Eine wurde an einem Strand in Sagunto angeschwemmt, die andere wurde in Cabrera de Mar nahe Barcelona von den Fluten mitgerissen.
In Els Poblets nordöstlich von Alicante stapelten sich Autos und Lieferwagen übereinander, so stark war die Kraft des Wassers. Die Bewohner versuchten, zu retten, was ihnen geblieben ist. "Das Dorf, na ja, es ist eine Katastrophe. Manche Leute haben wieder alles verloren, genau wie 2007, als genau das Gleiche passiert ist", sagte der Koch Javier Fornez (49).
Meteorologen meinen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel solche extremen Wetterereignisse häufiger und zerstörerischer macht.
Die nationale Wetteragentur AEMET meldet, dass mit dem Sturm Adam außergewöhnliche Regenmengen auf den Osten Spaniens niedergegangen sind. In Pego in der Provinz Alicante wurden innerhalb von 36 Stunden 632 Millimeter Regen gemessen. In mehreren Orten im Süden Valencias und Norden Alicantes fielen über 500 Millimeter im selben Zeitraum.
AEMET gab mehrere rote Warnungen heraus. Die Menschen wurden aufgefordert, auf Reisen zu verzichten und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Am Montagvormittag galten Ausgangssperren für 800.000 Menschen, am späten Nachmittag waren es noch 87.000 in acht Gemeinden.
Mehr als 2.000 Menschen wurden evakuiert, vor allem in Oliva. Die Behörden führten fast 100 Rettungsaktionen in Valencia und Alicante durch, teilte die Polizei der Guardia Civil mit.
Der Bürgermeister von Pego, Enrique Moll, sagte im Radio A Punt, dass noch immer einige Menschen auf ihren Dächern auf die Evakuierung durch Hubschrauber warten. Alle Zufahrtsstraßen in die Stadt seien blockiert, sogar schwere Militärfahrzeuge kämen in manchen Gegenden nicht mehr weiter.
Der Vizebürgermeister von Oliva, Salvador Llopis, erklärte am Montag im Staatssender TVE, dass Einsatzkräfte eingeschlossene Bewohner retten, besonders ältere Menschen, die in ihren Häusern mit Wasser bis zur Hüfte festsitzen. "Sie müssen auf Tischen und Möbeln stehen, um nicht nass zu werden", sagte er und ergänzte, dass der Regen nachlasse, nachdem er große Schäden an der Infrastruktur angerichtet hat.
Mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler in der Region Valencia mussten wegen der Warnungen zu Hause bleiben. Die Zentralregierung schickte Notfalleinheiten vom Militär und der Nationalpolizei.
Der Sturm sollte am Montagnachmittag weiter nach Katalonien ziehen, besonders in die Provinzen Barcelona und Girona. Dort könnten in weniger als zwölf Stunden mehr als 100 Millimeter Regen fallen. Die Behörden warnten, dass die Gefahr besonders groß sei, weil der Boden schon von früheren Unwettern durchweicht ist.