Die Klimakrise schlägt voll durch: Die Ozeane erreichen neue Temperaturrekorde. Das Wetterphänomen El Niño verschärft die Lage zusätzlich – für Fernreisende steigen Hitze-, Unwetter- und Gesundheitsrisiken.
Die bittere Statistik des europäischen Klimadienstes Copernicus: Im September erreichten die globalen Meeres-Oberflächentemperaturen außerhalb der Polargebiete mit durchschnittlich 21,05 Grad Celsius einen neuen Höchstwert für diesen Monat. Der bisherige Rekord aus dem Vorjahr lag bei 20,92 Grad.
Eine weitere schlimme Folge des Klimawandels: massive Niederschläge. Das ruft die Welser SPÖ auf den Plan: Sie verlangt für Oberösterreichs zweitgrößte Stadt (rund 66.000 Einwohner) konkrete Maßnahmen zu Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Starkregenvorsorge.
Die Forderung der Partei: FP-Bürgermeister Andreas Rabl soll dem Gemeinderat bis spätestens Ende März 2027 einen umfassenden Bericht über den Stand der Vorkehrungen sowie einen verbindlichen Zeit- und Umsetzungsplan vorlegen.
"Die Gefährdungen sind bekannt", betont der rote Gemeinderat Johann Reindl-Schwaighofer. Die notwendigen Maßnahmen seien seit langem Gegenstand von Diskussionen. "Jetzt muss endlich gehandelt werden"."
Der Rechnungshof habe bei der Prüfung der Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt Defizite beim Schutz aufgezeigt und empfohlen, vorgesehene Projekte konsequent weiterzuverfolgen. Es brauche nicht noch mehr Ankündigungen, sondern konkrete Entscheidungen, klare Prioritäten und verbindliche Umsetzungsschritte, so Reindl-Schwaighofer.
Besonders kritisch sieht er, dass notwendige Schutzmaßnahmen u.a. an der Verfügbarkeit von Grundstücken scheitern bzw. verzögert würden. "Wenn freiwillige Vereinbarungen nicht zustande kommen, müssen auch die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten zur Sicherstellung notwendiger Grundstücksrechte geprüft und erforderlichenfalls ausgeschöpft werden."
Die Sicherheit der Bevölkerung müsse Vorrang haben, sagt der Gemeinderat. "Sandsäcke können kein Ersatz für einen wirksamen Hochwasserschutz sein." Natürlich sei Eigenvorsorge sinnvoll. Aber es könne nicht die Antwort der Stadt auf bekannte Gefahren sein, dass sich die Menschen dauerhaft selbst schützen müssten.
Die Flutereignisse der vergangenen Jahrzehnte und vor allem die extremen Niederschläge 2024 hätten deutlich gemacht, welche Gefahren durch Hochwasser und Starkregen entstehen können. Die SPÖ fordert, neben den bereits geplanten Projekten auch die Risiken lokaler Starkregen-Ereignisse systematisch zu untersuchen und weitere Maßnahmen zu entwickeln.
Die Stadt Wels habe die Verantwortung, für ihre Bevölkerung bestmöglich vorzusorgen, erklärt Reindl-Schaighofer. "Wer die Hochwassergefahren kennt und trotzdem notwendige Schutzmaßnahmen auf die lange Bank schiebt, handelt verantwortungslos."