Risiken steigen

Meere so heiß wie nie: Was jetzt auf Urlauber zukommt

Die Ozeane erreichen neue Temperaturrekorde. El Niño verschärft die Lage – für Fernreisende steigen Hitze-, Unwetter- und Gesundheitsrisiken.
13.10.2026, 22:20
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Die Weltmeere werden immer wärmer. Im vergangenen September erreichten die globalen Meeresoberflächentemperaturen außerhalb der Polargebiete mit durchschnittlich 21,05 Grad Celsius einen neuen Höchstwert für diesen Monat. Das teilte der europäische Klimadienst Copernicus mit. Der bisherige Rekord aus dem Vorjahr lag bei 20,92 Grad.

Ein Unterschied von nur 0,13 Grad mag gering erscheinen. Doch die neuen Messwerte sind ein weiteres Warnsignal für die fortschreitende Erderwärmung. Auch bei den Lufttemperaturen schlug der Klimadienst Alarm: Mit durchschnittlich 16,27 Grad weltweit war der September der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter lag die Temperatur um 1,63 Grad höher.

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El Niño heizt die Lage weiter an

Ein wichtiger Faktor ist das Klimaphänomen El Niño. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im tropischen Pazifik, was weltweit Wettermuster verändern kann. Die Folgen reichen von ungewöhnlichen Hitzeperioden bis zu veränderten Niederschlägen und Dürren.

Auch das internationale Klimaziel gerät damit weiter unter Druck. Im Pariser Klimaabkommen wurde vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Angesichts der anhaltenden Rekordwerte warnte Copernicus-Direktor Carlo Buontempo, dass eine langfristige Überschreitung dieser Grenze nur noch eine Frage der Zeit sei. Der Einfluss von El Niño könnte die außergewöhnlich warme Phase zusätzlich verlängern.

Fernreisen: Hier drohen neue Risiken

Die Folgen betreffen nicht nur das Klima, sondern auch die Urlaubsplanung. Wer in den Tropen oder Subtropen unterwegs ist, muss je nach Reiseziel mit extremer Hitze, Dürren oder heftigen Überschwemmungen rechnen. Die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR) warnt vor zusätzlichen Gesundheitsrisiken.

Besonders betroffen sein könnten Mittelamerika, Südostasien, Teile Australiens und das südliche Afrika, wo extreme Hitze und Trockenheit drohen. In Ostafrika sowie in Teilen Nord- und Südamerikas können starke Niederschläge und Überschwemmungen zum Problem werden.

Hinzu kommt eine Gefahr, die viele Urlauber unterschätzen: Mücken. Veränderte Temperaturen und Niederschlagsmuster können die Bedingungen für die Übertragung von Infektionskrankheiten verbessern. Damit steigt in manchen Regionen das Risiko für Dengue- und Chikungunya-Fieber. Reisende sollten sich deshalb vorab über die aktuelle Situation am Urlaubsort informieren.

Hochwasser kann auch das Trinkwasser gefährden

Überschwemmungen können nicht nur Straßen und Unterkünfte unpassierbar machen. Werden Trinkwassersysteme beschädigt oder verunreinigt, steigt auch das Risiko für Erkrankungen durch belastetes Wasser und Lebensmittel.

Zwar sei das Cholera-Risiko für Reisende im Allgemeinen gering, betont DFR-Vizepräsident Dr. Markus Frühwein. Je nach Region und Lage vor Ort sei es jedoch besonders wichtig, auf eine sichere Wasser- und Lebensmittelhygiene zu achten.

Für Urlauber bedeutet das: Wasser im Zweifel nur aus sicheren, verschlossenen Flaschen trinken und bei der Auswahl von Speisen vorsichtig sein. Vor allem nach Überschwemmungen sollten Hinweise der örtlichen Behörden ernst genommen werden.

So schützen sich Urlauber vor der Abreise

Wer eine Fernreise plant, kann mit einigen Vorkehrungen das persönliche Risiko reduzieren.

Die Reisemediziner empfehlen:

  • Impfungen überprüfen: Idealerweise vier bis sechs Wochen vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung vereinbaren und den Impfschutz kontrollieren lassen.
  • Mücken konsequent abwehren: Geeignete Repellents, etwa mit mindestens 30 Prozent DEET, verwenden und bei Bedarf unter einem Moskitonetz schlafen.
  • Reiseapotheke vorbereiten: Regelmäßig benötigte Medikamente und wichtige Notfallmittel in ausreichender Menge mitnehmen.
  • Auf sauberes Wasser achten: In Risikogebieten abgefülltes Wasser nutzen und auf hygienisch zubereitete Lebensmittel achten.
  • Warnungen verfolgen: Vor und während der Reise lokale Wetterwarnungen beachten und prüfen, ob der Auslandskrankenschutz ausreichend ist.

Urlaub ja – aber mit guter Vorbereitung

Die neuen Temperaturrekorde sind kein Grund, sämtliche Reisepläne über Bord zu werfen. Sie zeigen jedoch, wie wichtig eine sorgfältige Vorbereitung geworden ist. Denn je nach Destination können Hitze, extreme Wetterereignisse und Infektionskrankheiten den Urlaub erheblich beeinträchtigen.

Wer sich rechtzeitig informiert, den Impfschutz prüft und Schutzmaßnahmen ernst nimmt, kann Risiken besser einschätzen. Entscheidend ist, die Bedingungen am konkreten Reiseziel im Blick zu behalten – und bei der Urlaubsplanung nicht nur an Sonne und Strand zu denken.

red, 13.10.2026, 22:20