Sie sind schwarz, porös und bestehen dennoch aus zahllosen winzigen Diamantkristallen: Carbonados, auch schwarze Diamanten genannt. Anders als die klaren Edelsteine werden sie vor allem in Flusssedimenten Brasiliens und Zentralafrikas gefunden.
Ihre Entstehung gibt seit langem Rätsel auf. Mal wurden sie als außerirdisches Material gedeutet, mal als Produkt eines gewaltigen Meteoriteneinschlags. Besonders ihre glatte, glasartig schimmernde Außenseite erregte Aufmerksamkeit.
Wie scinexx.de berichtet, haben Forscher des HUN-REN Research Centre for Astronomy and Earth Sciences um Dr. Peter Nemeth nun 35 Carbonados aus Brasilien mit modernen Methoden analysiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die auffällig glatte Oberfläche entstanden ist.
Die Aufnahmen zeigen: Im Innern der schwarzen Diamanten gibt es Risse und verformte Kristalle. Typische Spuren einer extremen Stoßwelle fanden die Wissenschaftler jedoch nicht. Auch an den glänzenden Rändern fehlt eine Veränderung des Kristallgefüges.
Stattdessen entdeckte das Team eine feine Kruste aus Anatas, einem Mineral aus Titandioxid. Die glatte Oberfläche ist vermutlich durch spätere chemische Auflösung entstanden, nicht durch einen Einschlag.
Einen weiteren Hinweis liefern die Kohlenstoff-Isotope. Bei den meisten untersuchten Carbonados passen die Messwerte zu Kohlenstoff, der ursprünglich Teil organischer Materie war.
Aus diesen Beobachtungen entwickeln die Wissenschaftler ein mehrstufiges Szenario: Ein großer Asteroideneinschlag vor mehreren Milliarden Jahren könnte Teile der jungen Erdkruste in die Tiefe gedrückt haben.
Unter dem hohen Druck im Erdmantel hätte sich der organische Kohlenstoff dann in Diamant verwandelt. Aufsteigendes Magma könnte das diamantenhaltige Gestein später wieder zur Erdoberfläche befördert haben.