Erneute Angriffe auf Flughäfen in Saudi-Arabien sorgen für massive Einschränkungen im Flugverkehr. Die Lufthansa Group setzt Flüge nach Riad aus, weitere Airlines streichen Verbindungen in den Nahen Osten. Auch das österreichische Außenministerium warnt vor Reisen in bestimmte Regionen Saudi-Arabiens.
Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt angespannt. Obwohl sich die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran im Vergleich zu März und April 2026 etwas beruhigt hat, kommt es weiterhin zu gefährlichen Zwischenfällen. Im Fokus stehen derzeit Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Flughäfen in Saudi-Arabien. Auch der Flughafen der jemenitischen Stadt Aden ist von militärischen Auseinandersetzungen betroffen.
Besonders im Visier steht der internationale Flughafen King Khalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, wurden nach Angaben aus Saudi-Arabien Raketen abgefangen. Trümmerteile sollen auf das Flughafengelände beziehungsweise in den Bereich des Terminals gestürzt sein. Die Huthi-Miliz bekannte sich zu dem Angriff und drohte mit weiteren Attacken.
Am Samstag, dem 10. Oktober, wurde der Flughafen erneut zum Ziel eines Angriffs. Berichten zufolge gab es 12 Todesopfer. Der Betrieb musste vorübergehend unterbrochen werden, Flüge wurden umgeleitet oder fielen aus. Am Sonntag kam es bereits zu weiteren Attacken.
Das österreichische Außenministerium reagiert auf die angespannte Sicherheitslage mit deutlichen Warnungen. Im Grenzgebiet zum Jemen gilt in den Provinzen Nadschran, Asir und Dschaizan die höchste Reisewarnstufe 4 von 4. Von Reisen in den betroffenen Grenzstreifen wird dringend abgeraten.
Im Rest Saudi-Arabiens gilt Sicherheitsstufe 3 von 4. Das Ministerium rät dort von nicht unbedingt notwendigen Reisen ab. Österreicherinnen und Österreicher, die sich bereits im Land aufhalten, sollen besonders wachsam sein.
„Von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Saudi-Arabien wird abgeraten.“
Besonders deutlich ist der Hinweis zu Flughäfen: "Wir empfehlen dringend alle Flughäfen in Saudi-Arabien und deren unmittelbare Umgebung nach Möglichkeit zu meiden." Ausgenommen sind jene in Mekka und Medina. Zudem ersucht das Ministerium österreichische Staatsbürger, keine Fotos oder Videos von beschädigten Gebäuden, betroffenen Einrichtungen oder sonstigen Schäden anzufertigen.
Da sich die Lage weiter verschärfen könnte, empfiehlt das Außenministerium österreichischen Reisenden dringend, sich über die österreichische Botschaft in Riad zu registrieren. So können sie im Bedarfsfall rasch kontaktiert und über wichtige Entwicklungen informiert werden.
Auch die Fluggesellschaften reagieren auf die zunehmenden Gefahren. Die Lufthansa hat ihre Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt Riad bis einschließlich 16. Oktober 2026 ausgesetzt. Die ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe gehörende ITA Airways fliegt Riad bereits seit Ende September nicht mehr an.
Dubai bleibt für mehrere Airlines der Gruppe ebenfalls vorerst tabu. Betroffen sind Lufthansa, Swiss, ITA Airways, Eurowings und Austrian Airlines. Während die Aussetzungen bei den einzelnen Gesellschaften unterschiedliche Zeiträume umfassen, plant Austrian die Wiederaufnahme ihrer Dubai-Verbindung erst ab dem 12. Dezember 2026.
Auch Condor zieht Konsequenzen: Die deutsche Fluggesellschaft hat sämtliche Verbindungen zwischen Deutschland und Dubai bis Ende März 2027 gestrichen.
Die Einschränkungen betreffen längst nicht nur Airlines aus dem deutschsprachigen Raum. Air France und KLM haben ihre Flüge nach Riad, Dubai und Dammam vorerst bis 24. Oktober 2026 ausgesetzt.
British Airways hat Ziele wie Riad, Abu Dhabi und Bahrain vorerst vollständig aus dem Flugplan genommen. Finnair setzt Verbindungen nach Dubai und Doha bis vorerst 27. März 2027 aus. Wizz Air streicht sämtliche Flüge in die Vereinigten Arabischen Emirate für die Wintersaison.
Auch in Nordamerika und Asien werden Verbindungen gestrichen oder längerfristig ausgesetzt. Air Canada will Dubai und Tel Aviv bis Ende März 2027 nicht anfliegen. Delta setzt Flüge von Atlanta nach Tel Aviv bis zum 18. Dezember aus.
Air India streicht sämtliche Flüge nach Riad bis einschließlich 15. Oktober. Cathay Pacific setzt Verbindungen nach Riad und Dubai sogar bis zum 31. Jänner 2027 aus. Korean Air hat seine Flüge nach Dubai bis auf Weiteres eingestellt. Singapore Airlines plant hingegen, die Verbindung nach Dubai ab Dezember 2026 wieder aufzunehmen.
Andere Fluggesellschaften, darunter Turkish Airlines und Qatar Airways, haben ihre Verbindungen teilweise reduziert oder ihre Flugrouten angepasst. Die Strecken wurden jedoch nicht vollständig eingestellt.
Wie lange die Angriffe andauern und ob weitere Flughäfen betroffen sein werden, ist derzeit unklar. Für Reisende bedeutet das eine schwer kalkulierbare Situation – auch dann, wenn der gebuchte Flug nicht direkt nach Saudi-Arabien führt.
Wer in den kommenden Tagen oder Wochen in den Nahen Osten reisen möchte, sollte den Flugstatus unmittelbar vor der Abreise über die Website oder App der jeweiligen Airline kontrollieren. Die Fluggesellschaften raten ausdrücklich davon ab, ohne bestätigten Flugstatus zum Flughafen zu fahren.
Wird ein Flug gestrichen, sollten Betroffene direkt mit der Airline oder dem Reisebüro Kontakt aufnehmen, über das sie gebucht haben. Wichtig ist außerdem, die hinterlegten Kontaktdaten aktuell zu halten, damit kurzfristige Änderungen oder Umbuchungen rechtzeitig mitgeteilt werden können.