Die Ferienfluggesellschaft Condor wird bald vollständig einem britischen Investor gehören. Der Bund und das deutsche Bundesland Hessen ziehen sich aus der Airline zurück.
Der Mehrheitseigner Attestor übernimmt Ende August 2027 die verbliebenen 49 Prozent der Anteile. Der Finanzinvestor zieht damit eine Kaufoption, die bereits bei seinem Einstieg im Jahr 2021 vereinbart wurde.
Laut n-tv war der Staat nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook und den Folgen der Corona-Pandemie bei Condor eingestiegen. Die Staatshilfen hat die Airline bereits im Frühjahr 2026 vorzeitig zurückgezahlt.
Dabei handelte es sich um einen Kredit der Förderbank KfW in Höhe von 175 Millionen Euro. Nun ordnet Condor die Gesellschafterstruktur neu. Finanzielle Details zur Übernahme wurden nicht genannt.
Condor beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter und betreibt eine Flotte von rund 60 Flugzeugen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das operative Ergebnis um ein Viertel auf 151 Millionen Euro, auch die Passagierzahl kletterte auf 9,6 Millionen.
Dennoch wuchs der Verlust um fast 14 Prozent auf über 110 Millionen Euro. Gestiegene Spritpreise durch den Iran-Krieg belasten die gesamte Branche. Condor-Chef Peter Gerber warnte zuletzt: Passagiere müssten sich auf weiter steigende Ticketpreise einstellen.