Die Koffer sind gepackt, die letzten Sonnenstrahlen genossen und der Rückflug nach Hause steht bevor. Eigentlich ist der Urlaub längst bezahlt. Doch genau bei der Heimreise könnte künftig eine neue Rechnung auf Thailand-Reisende warten. Das beliebte Fernreiseziel prüft nämlich die Einführung einer Ausreisesteuer.
Wie das thailändische Nachrichtenportal "The Nation" berichtet, beschäftigt sich die Steuerbehörde derzeit mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf. Im Gespräch sind 1.000 Baht pro Person, umgerechnet rund 27 Euro. Beschlossen ist die Abgabe allerdings noch nicht.
Besonders überraschend: Die geplante Gebühr soll keineswegs nur Touristen treffen. Wer Thailand mit dem Flugzeug verlässt, müsste grundsätzlich zahlen – unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Damit wären neben Urlaubern auch thailändische Staatsbürger sowie Menschen betroffen, die dauerhaft im Land leben.
An einem zusätzlichen Schalter am Flughafen sollen Reisende dafür aber nicht anstehen müssen. Die Abgabe würde direkt beim Kauf des Flugtickets eingehoben. Fluggesellschaften und Ticketanbieter sollen das Geld anschließend an den Staat weiterleiten. Wer seinen Flug bereits vor Inkrafttreten der Regelung gebucht hat, müsste laut Entwurf nichts nachzahlen.
Vorerst soll die Ausreisesteuer ausschließlich für Flugreisen gelten. Wer Thailand über eine Landgrenze oder mit dem Schiff verlässt, wäre demnach nicht betroffen. Auch Ausnahmen sind vorgesehen: Kinder unter zwei Jahren, bestimmte Transitpassagiere, Staatsgäste und Personen auf offiziellen Regierungsreisen sollen von der Zahlung befreit sein.
Der Gesetzesentwurf sieht grundsätzlich sogar einen Spielraum für deutlich höhere Gebühren vor. Möglich wären demnach bis zu 5.000 Baht, also rund 135 Euro. Geplant ist zunächst jedoch nur ein Fünftel davon.
Ganz neu ist der Plan übrigens nicht. Bereits 1983 führte Thailand eine Ausreisesteuer ein. Damals sollte sie unter anderem verhindern, dass zu viel Geld ins Ausland abfließt. Später wurde die Abgabe schrittweise abgeschafft. Seit 1991 müssen auch Flugreisende keine entsprechende Steuer mehr bezahlen.
Nun könnte sie zurückkehren: Die Behörden erhoffen sich davon zusätzliche finanzielle Spielräume, etwa um in Krisenzeiten besser reagieren zu können.
Wer bereits den nächsten Thailand-Urlaub plant, muss vorerst nicht mit der neuen Gebühr rechnen. Der Entwurf befindet sich noch in der Prüfung. Laut dem berichteten Zeitplan können Bürger und Interessengruppen bis zum 29. Oktober Stellung nehmen. Erst danach stehen weitere Entscheidungen an. Sollte das Gesetz beschlossen und offiziell veröffentlicht werden, wäre ein Inkrafttreten nach 180 Tagen vorgesehen