Der Showdown um Andreas Babler geht am Sonntagnachmittag ins Finale. Laut einem hochrangigen SPÖ-Granden ist die Ablöse des Parteichefs nicht mehr die Frage – sondern nur noch, wie und wann sie über die Bühne geht.
"Es ist aus"
In der SPÖ laufen die letzten Vorbereitungen für den großen Krisengipfel. Neun von neun roten Länderorganisationen gegen sich, dazu der dramatische Absturz in den Umfragen: Für Andreas Babler dürfte die Reise an der Spitze der Sozialdemokratie zu Ende gehen.
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Ein hochrangiger SPÖ-Grande sagt am Sonntag gegenüber "Heute" unmissverständlich: "Ihm ist klar, dass es aus ist."
Jetzt geht es um Bablers Abgang
Damit dreht sich hinter den Kulissen offenbar längst nicht mehr alles um die Frage, ob Babler gehen muss. Vielmehr soll nun geklärt werden, wann er welches seiner Ämter zur Verfügung stellt. "Das ist das Hauptziel des Treffens um 16 Uhr", erklärt der SPÖ-Insider.
Malerische Kulisse: das Hotel Steigenberger in der Wiener Herrengasse
Helmut Graf
Zuvor beraten ab 14 Uhr die neun roten Länderchefs im Wiener Rathaus untereinander. Um 16 Uhr folgt dann die entscheidende Runde mit Babler im Hotel Steigenberger Herrenhof. Dort soll auch festgelegt werden, wie die Sozialdemokratie nach der Ära Babler weitermacht.
Sie sind beim roten Showdown dabei:
Andreas Babler, Bundesparteivorsitzender
Michaela Schmidt, Regierungskoordinatorin
Eva-Maria Holzleitner, Frauen-Vorsitzende
Wolfgang Katzian, Gewerkschaftsboss
Michael Ludwig, Bürgermeister Wien
Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann Burgenland
Daniel Fellner, Landeshauptmann Kärnten
Sven Hergovich, Landesparteichef Niederösterreich
Martin Winkler, Landesparteichef Oberösterreich
Max Lercher, Landesparteichef Steiermark
Philip Wolgemuth, Landesparteichef Tirol
Peter Eder, Landesparteichef Salzburg
Mario Leiter, Landesparteichef Vorarlberg
Parteitag im ersten Quartal 2027
Nach dem Abgang soll ein umfassender inhaltlicher und personeller Reformprozess gestartet werden. Zielpunkt wäre ein Parteitag Anfang 2027, bei dem die SPÖ ihre Führung und ihren Kurs neu aufstellt.
Offen ist dabei noch, welche Rolle Babler selbst in diesem Prozess spielen könnte – und ob es für die Übergangsphase zu einer Teamlösung kommt. Ein solches Modell hatte es bereits bei den Regierungsverhandlungen gegeben, als Bablers Einfluss durch andere SPÖ-Spitzenvertreter eingehegt worden war.
Marterbauer als Vizekanzler?
Auch eine Trennung der Spitzenämter wird immer konkreter. Weiterhin im Rennen für das Amt des Vizekanzlers ist Finanzminister Markus Marterbauer. Als weitere Variante wird Infrastrukturminister Peter Hanke genannt.
Für die interimistische Parteiführung fällt unterdessen immer häufiger der Name von Klubchef Philip Kucher. Er gilt als jemand, der mit den unterschiedlichen Lagern innerhalb der SPÖ eine funktionierende Gesprächsbasis hat. Auch Doris Bures wird weiterhin genannt.
Fest steht: Die neue Führung übernimmt eine Partei in einer dramatischen Lage. In der aktuellen "Heute"-Sonntagsfrage von Unique Research kommt die SPÖ nur noch auf 15 Prozent (siehe Grafik). Bei der Nationalratswahl unter Babler waren es bereits historisch schwache 21,1 Prozent gewesen.
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Am Sonntagnachmittag soll nun der Fahrplan aus der Krise festgezurrt werden – und vor allem jener für Andreas Bablers Abgang. Die aktuellen Entwicklungen findest du im Live-Ticker.