Die SPÖ ist in einer schweren Krise – und die Bundesregierung mit ihr: Laut einer brandaktuellen "Heute"-Umfrage von Unique Research (810 Befragte, Schwankungsbreite ±3,4 Prozent) sehen mittlerweile 63 Prozent der Befragten das Land in die falsche Richtung gehen (um 6 % mehr als noch im Juni). Nur noch 23 Prozent – also nicht einmal mehr jeder Fünfte – wähnt das Land auf einem guten Weg.
Ergebnis: Die FPÖ von Herbert Kickl kommt in der "Heute"-Sonntagsfrage mittlerweile auf 38 Prozent – das ist der bisherige Höchststand und noch einmal zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Welle im Juni 2026.
Die ÖVP unter Bundeskanzler Christian Stocker wird aktuell auf 20 Prozent hochgeschätzt. Noch deutlich schlechter geht es der krisengebeutelten SPÖ. Unter Andreas Babler kommt die einst so stolze Partei in der Unique-Studie nur noch auf 15 Prozent (historisch schlechtestes Ergebnis bisher: 21 Prozent) und droht auf Platz vier abzustürzen.
Aktuell halten diesen die Grünen, die unter Leonore Gewesslers Führung auf bereits 12 Prozent zulegen können. Nur noch fünfte Kraft sind die Neos. Peter Hajeks "Unique"-Institut schätzt Meinl-Reisingers pinke Truppe auf 10 Prozent hoch.
Im Windschatten der SPÖ-Krise bahnt sich auch eine dunkelrote Sensation an: Mit vier Prozent in der "Heute"-Umfrage darf die KPÖ mit dem ersten Wiedereinzug ins Parlament seit 1959 liebäugeln.
„Die erste Priorität der SPÖ muss sein, rasch Klarheit über die Parteiführung herzustellen.“Peter HajekMeinungsforscher
Wie beurteilt "Heute"-Meinungsforscher Peter Hajek die aktuelle Polit-Lage – insbesondere für die Sozialdemokraten? "Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Parteiführung zu sehen, die die SPÖ weiter schwächt", so Hajek. Die erste Priorität der SPÖ müsse daher sein, "rasch Klarheit über die Parteiführung herzustellen".
Genau das ist für Sonntag geplant. Alle Bundesländer werden bei Andreas Bablers mutmaßlichem Ende als SPÖ-Chef dabei sein. Wie berichtet, hatte der amtierende Vorsitzende alle SPÖ-Landeschefs zu einer Krisensitzung nach Wien eingeladen. Der Ort ist geheim, beginnen soll der Showdown um 16 Uhr.
Nachdem bereits am Mittwoch zahlreiche Landesvorsitzende (alles Männer, Anm.) ihr Kommen zugesagt hatten, bestätigte am Donnerstag auch das Büro des mächtigen Burgenland-Chefs Doskozil auf "Heute"-Anfrage: "Ja, der Landeshauptmann wird am Sonntag auch nach Wien kommen."
Aber akzeptiert der Parteigrande Gerhard Zeiler als Übergangslösung? Oder ist er für eine dritte Person? Inhaltlich wollte man sich in Eisenstadt nicht zur Positionierung der burgenländischen Landesgruppe äußern.
Spannend wird das auch beim Wiener Bürgermeister Ludwig. Er hatte zuletzt Babler seine schützende Hand entzogen, wie auch die Gewerkschaft, die 2023 bei seiner Inthronisierung maßgeblich war.
Nach "Heute"-Infos wollen die Landeschefs nicht unvorbereitet in den Showdown gehen. Um 14 Uhr – also zwei Stunden vor Beginn des Babler-Termins – sollen sie ihr Vorgehen koordinieren.
Die SPÖ-Chaostage gehen also zumindest bis Sonntag weiter ...
Die ganze Umfrage findest du am Freitag auf Heute.at und in der Tageszeitung "Heute".