Roter Machtpoker

Babler-Abgang wohl fix – so geht es für die SPÖ weiter

Vor dem SPÖ-Krisentreffen nimmt der Plan für die Zeit nach Andreas Babler Formen an. Dabei könnten seine beiden Ämter getrennt werden.
Newsdesk Heute
04.10.2026, 10:00
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Am Sonntag schaut nicht nur die SPÖ sondern ganz Polit-Österreich nach Wien. Die neun Landesparteichefs kommen zusammen, danach steht das wohl entscheidende Gespräch mit Andreas Babler an. "Heute"-Infos zufolge ist das Aus auf Bundesebene für Babler bereits beschlossene Sache. Doch hinter den Kulissen geht es längst nicht mehr nur um die Frage, ob der Parteichef unter Druck steht. Diskutiert wird bereits, wie die Partei nach einem möglichen Rückzug Bablers aufgestellt werden könnte.

Dabei zeichnet sich eine ungewöhnliche Variante ab: Der SPÖ-Vorsitz und das Amt des Vizekanzlers könnten künftig von zwei unterschiedlichen Personen übernommen werden.

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Ludwig kündigt "Prozess" an

Zunächst soll es aber um den Weg dorthin gehen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig kündigte bereits eine "Entscheidung über einen Prozess" an. Eine endgültige Personalentscheidung ist bei dem informellen Treffen am Sonntag schon aus formalen Gründen nicht zwingend zu erwarten. Weitere Beschlüsse der Parteigremien wären notwendig.

Babler selbst schließt dem Vernehmen nach inzwischen nicht mehr völlig aus, zumindest den Parteivorsitz abzugeben. Damit wäre auch eine Übergangslösung möglich, bevor die SPÖ bei einem Parteitag ihre Führung neu ordnet.

Als möglicher Mann für diese Übergangsphase rückt Klubobmann Philip Kucher ins Zentrum der Überlegungen. Er gilt parteiintern als einer, der mit unterschiedlichen Lagern reden kann. Erst am Freitag war der Kärntner bei Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in Eisenstadt.

Auch Doris Bures wird für eine Übergangslösung genannt. Die Dritte Nationalratspräsidentin soll allerdings wenig Interesse daran haben, sich den Parteivorsitz anzutun.

Wer wird Vizekanzler?

Noch komplizierter ist die Suche nach einer möglichen neuen Nummer eins in der Regierung. Finanzminister Markus Marterbauer wurde dafür ins Spiel gebracht, hat einen Wechsel ins Vizekanzleramt in den kommenden Monaten aber bereits gebremst. Er wolle sich auf seine Gesundung und die Budgetsanierung konzentrieren.

Damit bleibt Infrastrukturminister Peter Hanke eine mögliche Variante. Gleichzeitig könnte eine Rochade an der Spitze für einen größeren Umbau der roten Regierungsmannschaft genutzt werden.

Auch Bablers bisheriges Ressort könnte neu zugeschnitten und aufgeteilt werden. Innerhalb der SPÖ gibt es Überlegungen, ÖVP und Neos sogar eine Verkleinerung der Regierung vorzuschlagen.

Schärfster Babler-Kritiker sitzt am Tisch

Einer, der am Sonntag jedenfalls mit am Tisch sitzt, ist Hans Peter Doskozil. Der Burgenländer stellte allerdings klar, selbst nicht wieder um den Bundesparteivorsitz kämpfen zu wollen. Auch von einer sofortigen Personalentscheidung am Sonntag geht er nicht aus.

Damit könnte der Krisengipfel vor allem den Startschuss geben: Erst wird der Fahrplan festgelegt, danach beginnt der eigentliche Kampf um die Neuaufstellung der SPÖ.

Aus einem möglichen Babler-Abgang könnte damit weit mehr als ein bloßer Wechsel an der Parteispitze werden. Am Ende könnte die SPÖ auch ihre Mannschaft in der Regierung kräftig umbauen.

red,Akt. 04.10.2026, 10:08, 04.10.2026, 10:00