Ringen um Parteispitze

SPÖ-Showdown am Sonntag – So läuft roter Krisengipfel

Neben den 9 SP-Länderchefs hat Babler ÖGB-Boss Katzian & SP-Frauenchefin Holzleitner geladen. Konkurrent Zeiler ist nicht dabei. Was diskutiert wird.
Angela Sellner
30.09.2026, 16:57
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Jetzt kommt es zur großen Aussprache in der SPÖ. Parteichef Andreas Babler lädt die Länderparteichefs am Sonntag um 16.00 Uhr zu einem Gipfel nach Wien. Für das Treffen sind zumindest drei Stunden eingeplant.

Der Ort steht noch nicht fest. "Aus Parkplatzgründen" werde es aber nicht die SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße sein.

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Auslöser des jetzt einberufenen Treffens ist die Debatte um die Parteispitze. Medienmanager Gerhard Zeiler hat angekündigt, SPÖ-Chef werden zu wollen. Babler wiederum will im Amt bleiben.

Vor allem aus Kärnten und der Steiermark wurde zuletzt eine rasche gemeinsame Aussprache gefordert.

Beim Gipfel sollen die Ereignisse der vergangenen Tage aufgearbeitet werden. Auch offene Fragen zu den Parteistatuten – also zu den Regeln, wie sich jemand um den SPÖ-Vorsitz bewerben kann – sollen auf den Tisch kommen.

Wer eingeladen ist

Eingeladen sind zu dem roten Gipfel die neun SP-Länderchefs: Michael Ludwig (Wien), Sven Hergovich (NÖ), Martin Winkler (OÖ), Max Lercher (Steiermark), Daniel Fellner (Kärnten), Hans Peter Doskozil (Burgenland), Mario Leiter (Vorarlberg), Peter Eder (Salzburg) und Philip Wohlgemuth (Tirol).

Ebenfalls dazu gebeten wurden ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian sowie SPÖ-Frauenchefin und -Ministerin Eva-Maria Holzleitner. Teilnehmen werden auch SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt und der rote Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim.

Reaktion aus Ländern

Prompte Zusagen aus den Ländern gab es zwei Stunden nach Rausgehen der Babler-Einladung offiziell von Kärnten-Chef Fellner. Er fahre "völlig ergebnisoffen" zu dem Treffen am Sonntag nach Wien, so Fellner zur APA. Am wichtigsten sei ihm, dass sich die SPÖ-Landesorganisationen "als Team" verhalten.

"Ob Zeiler oder Babler ist für mich ein nachgeordnetes Ziel. Das Ziel wäre zuallererst, dass wir mit einer Stimme sprechen", betont Fellner.

Der Sprecher von OÖ-SPÖ-Chef Winkler bestätigte gegenüber"Heute", dass Winkler an dem Treffen teilnehmen werde. Fix dabei ist auch der steirische Landesparteichef Lercher.

In der SPÖ Niederösterreich blieb man vorerst vage: "Wenn sich Länder koordinieren, ist das immer eine gute Idee", verlautete auf Anfrage.

Ludwig trifft 23 Bezirksparteichefs

Von Wiens mächtigem Bürgermeister Michael Ludwig gab es offiziell zunächst keine offizielle Äußerung zur Sonntags-Zusammenkunft. Im Vorfeld will Ludwig aber am Samstag seine 23 Bezirksparteichefs treffen – wohl um die Stimmung auszuloten. Rückhalt für Babler dürfte man hier jedenfalls mit der Lupe suchen müssen.

Ausgerückt ist mit scharfer Babler-Kritik bis hin zur Forderung nach einem "geordneten Übergang" bereits der enge Ludwig-Vertraute Christian Deutsch, Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer und heute Wiener Gemeinderat.

"Nächste Schritte besprechen"

Mit dem Gipfel-Termin kommt Babler quasi den Ländern zuvor: "Wir begrüßen die Initiative aus Kärnten und der Steiermark sehr", heißt es in dem "Heute" vorliegenden Einladungsschreiben Bezug nehmend auf den Vorstoß der beiden Landesparteien für eine baldige Klärung der aktuellen Fragen.

"Die SPÖ braucht Ruhe und Geschlossenheit", erklärte der rote Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal. Babler greife deshalb den "sehr guten Vorschlag" aus Kärnten und der Steiermark auf, in der Präsidiumsklausur seien solche Treffen ebenfalls beschlossen worden, um aktuelle Fragen zu erörtern. Man werde am Sonntag also die nächsten Schritte besprechen.

Länder-Achse vorab

Das Zepter aus der Hand genommen hat Babler den roten Landesparteichefs damit freilich nicht. Zwar trudelte die Einladung des Parteivorsitzenden just in die Mailboxen, als Fellner dabei gewesen sein dürfte, einen Termin für den von ihm vorgeschlagenen Ländergipfel zu koordinieren. Laut "Heute"-Informationen wollen rote Länder-Granden aber nicht "blank" in den Gipfel am Sonntag gehen, sondern sich vorher gemeinsam besprechen und eine Achse bilden.

Zeiler: "Jetzt muss Partei entscheiden"

Babler-Konkurrent Zeiler ist zu dem Treffen nicht geladen. Er begrüßt, dass der Gipfel nun stattfindet. "Heute" erreichte den Medienmanager am Mittwochvormittag telefonisch kurz vor seinem Abflug nach New York.

"Natürlich begrüße ich das", sagt Zeiler zu "Heute". "Es ist alles okay. Mein Angebot und das, wofür ich stehe, sind bekannt. Jetzt muss die Partei entscheiden."

sea,Akt. 30.09.2026, 19:14, 30.09.2026, 17:57