Die SPÖ-Südachse festigt sich, die Vorsitz-Debatte nimmt dadurch weiter Fahrt auf: Nachdem Medienmanager Gerhard Zeiler öffentlich sein Interesse am Parteivorsitz bekundet und damit Amtsinhaber Andreas Babler herausgefordert hat, wächst nun der Ruf nach einer raschen Klärung innerhalb der Partei.
Den Anfang machte Kärnten: Der dortige Landesparteivorstand sprach sich einstimmig für einen "geordneten und transparenten Weg in der Frage der Bundesparteiführung" aus. Noch vor der nächsten Sitzung des Bundesparteivorstands soll es demnach ein gemeinsames Arbeitsgespräch aller neun Landesparteivorsitzenden geben.
Bei diesem Länder-Gipfel soll geklärt werden, wie die SPÖ mit der Bewerbung Zeilers umgeht und welches Verfahren angewendet werden soll.
Jetzt kommt Unterstützung aus der Steiermark. SPÖ-Landesparteichef Max Lercher stellte vor der Landtagssitzung klar, dass auch er ein Treffen der roten Länderchefs will.
"Die aktuelle Debatte zeigt einmal mehr: Wir sind als Sozialdemokratie gefordert, alle persönlichen Interessen und Befindlichkeiten hinten anzustellen und im Sinne Österreichs professionell mit dieser Situation umzugehen", erklärte Lercher auf Nachfrage von "Heute".
Entscheidend sei nun, "dass auf Bundesebene rasch Einigkeit über ein klares, professionelles Prozedere hergestellt wird, wie mit dieser Bewerbung umgegangen wird". Lercher schließt sich damit ausdrücklich der Forderung aus Kärnten an: "Deshalb setzen auch wir uns – wie bereits von Kärnten gefordert – für ein Treffen der Landesparteivorsitzenden ein."
Der steirische SPÖ-Chef fordert seine Partei gleichzeitig auf, die Personaldebatte nicht zum Selbstzweck werden zu lassen. "Jetzt muss Verantwortung übernommen werden – denn es geht nicht um Befindlichkeiten in der Partei, sondern um unsere Verantwortung für die Menschen im Land."
Damit formiert sich innerhalb der SPÖ zunehmend Unterstützung für einen Länder-Gipfel. Offen ist allerdings, ob tatsächlich alle neun Landesparteivorsitzenden an einen Tisch kommen und sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.
Babler selbst macht bisher keine Anstalten, seinen Posten zu räumen. Der Vizekanzler verweist auf seine Wiederwahl beim Parteitag im März und die geltenden Regeln der Partei. Zeiler wiederum hat öffentlich klargemacht, dass er bereit wäre, die Führung der SPÖ zu übernehmen.