Granden-Gipfel

Zeiler: Jetzt sollen SPÖ-Länderchefs Machtwort sprechen

Die Südachse der SPÖ spricht sich für ein rasches Treffen der neun roten Landeschefs aus, um über die Zukunft der Partei zu beraten.
Newsdesk Heute
28.09.2026, 17:52
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Der SPÖ steht ein heißer Herbst bevor: Am Sonntagabend hatte der Medienmanager Gerhard Zeiler in der ZiB 2 erneut sein Interesse am Job als SPÖ-Chef bekräftigt – "Heute" berichtete. Doch auch am Montag blieben mögliche parteiinterne Unterstützer in Deckung.

Doskozil gegen Zeiler

Sehr wohl zu Wort gemeldet hat sich Burgenlands mächtiger SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Er sprach sich erneut klar gegen Zeiler an der Spitze aus: "Ich bin bekannt dafür, dass ich meine Meinung nicht ändere, und dabei bleibe ich auch."

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Und weiter: "Ich rechne damit, dass Zeiler einen Kurs nach dem wirtschaftsliberalen Ansatz der Sozialdemokratie aus den 90er-Jahren verfolgt."

Doskozil bezweifelt, dass die SPÖ damit in der Lage wäre, die erstplatzierte FPÖ in den Griff zu bekommen.

Kucher für Babler in der Presche

Der amtierende Parteichef Babler macht weiter keine Anstalten, das Feld für Zeiler zu räumen. Am Montag rückte Klubchef Philip Kucher aus, um sich hinter den aktuellen Vorsitzenden zu stellen. Kritik übte er an den öffentlichen Personaldebatten. "Ich glaube, dass diese öffentlichen Personaldebatten auch ganz gut ohne mein Zutun funktionieren", stellt der rote Klubchef klar.

Schaden von der SPÖ könne man nur abwenden, wenn Debatten intern geführt und die "Probleme der Bevölkerung" gelöst würden.

Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner
APA-Images / APA / WOLFGANG JANNACH

Apropos Debatte: Die Kärntner Landesgruppe – aus der Kucher im Übrigen stammt – sprach sich einstimmig für einen "geordneten und transparenten Weg in der Frage der Bundesparteiführung" aus. Man wolle eine "lange Phase der Unklarheit" vermeiden, um rasch "an der Zukunft Österreichs" weiterarbeiten zu können.

Diese Klärung soll vor der nächsten Sitzung des Bundesparteivorstands in einem gemeinsamen Arbeitsgespräch aller neun Landesparteivorsitzenden stattfinden. Ziel sei "eine gemeinsame Einschätzung der politischen Lage". Herausgefunden werden soll im Zuge dieses Treffens, welches statutarische Verfahren (etwa ein Parteitag oder eine Mitgliederbefragung, Anm.) anzuwenden sei, sofern Bewerbungen für den SPÖ-Bundesparteivorsitz vorliegen.

"Südachse" geschlossen für Granden-Gipfel

Dem Vernehmen nach soll auch in der Steiermark ein Treffen hoher Funktionäre stattgefunden haben und diese sich auch hier — ähnlich wie in Kärnten — für eine Sitzung auf Bundesebene ausgesprochen haben. Ob auch die mächtigen Landeshauptleute in Wien (Michael Ludwig) und Burgenland (Hans Peter Doskozil) dafür zu gewinnen wären, war vorerst nicht bekannt.

Babler-Mitarbeiter beharrt auf Mitgliederbefragung

Wortreich für Babler ins Zeug gelegt hat sich indes ein Löwelstraßen-Mitarbeiter von Babler. Er schrieb Funktionären per Mail: "Aktuell passiert nichts." Auch, wenn er diese Einschätzung seine Partei betreffend ziemlich exklusiv haben dürfte, lässt der Funktionär die Genossen wissen: "Wer in der SPÖ Parteivorsitzender werden will, während es einen gewählten Vorsitzenden gibt, muss einen Mitgliederentscheid herbeiführen und dafür Unterschriften sammeln. Nichts davon ist mir bisher bekannt."

Polemischer Nachsatz: "Wer sich bewerben will, muss sich an unsere Spielregeln halten – und mit den Mitgliedern reden, nicht mit der Kronen Zeitung." In der Tat – dies zeigen "Heute"-Recherchen – hat die bisher missglückte Kommunikationsstrategie Zeilers auch ausgewiesene Babler-Kritiker abgeschreckt.

"Da lacht sich Kickl krumm"

"Die Herrschaften, mit denen er sich umgibt, sind in den 90er-Jahren stecken geblieben – dass man so etwas wie ein Programm, Social-Media-Profile oder eine Homepage brauchen könnte, haben sie offenbar gar nicht in Erwägung gezogen und gedacht, ein 'Krone' und ein ORF-Auftritt reichen. Da lacht sich Kickl doch nur krumm ..."

red,Akt. 28.09.2026, 18:23, 28.09.2026, 17:52