Machtkampf in der SPÖ

Babler unter Druck – jetzt packt Zeiler erstmals aus

Gerhard Zeiler möchte offiziell gegen Andreas Babler in den Ring treten. Im "Krone"-Talk spricht der 71-Jährige über seine Pläne für die SPÖ.
Nicolas Kubrak
26.09.2026, 18:58
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"Ja, ich stehe zur Verfügung". Am Freitag machte Medienmanager Gerhard Zeiler (71) sein Angebot, neuer SPÖ-Chef zu werden, offiziell. Er sehe sich als die richtige Person, um die einst stolze Sozialdemokratie aus dem historischen Tief herauszuführen.

Der amtierende SPÖ-Chef Andreas Babler, unter dessen Führung die Partei in Umfragen auf rund 15 Prozent gefallen ist, denkt allerdings nicht an einen Rückzug. Er verweist auf einen "klaren Auftrag", den er bei seiner Wiederwahl als SPÖ-Vorsitzender im März erhalten habe.

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Jetzt packt Zeiler aus

Im Interview mit "Krone"-Starjournalistin Conny Bischofberger sprach Zeiler erstmals über seine Beweggründe und Pläne für die SPÖ sowie darüber, wie er den aktuellen SPÖ-Chef ablösen möchte. Es gebe mehrere Möglichkeiten, einen Obmannwechsel herbeizuführen. Diese seien im Statut der Partei festgelegt.

Zeiler stellte klar, dass er keinerlei Zusagen aus der SPÖ habe. "Aber ich würde das natürlich nicht machen, wenn ich nicht spüren würde, dass sehr viele das gerne hätten." Dennoch könne er nicht mit Sicherheit sagen, ob der Wechsel in der Löwelstraße stattfinden werde. "Ich bin da sehr demütig. Weder habe ich Anspruch darauf noch wird es mir zufallen", so Zeiler.

"Bauchaufschwungs"-Konzept mit ÖVP und NEOS

Der 71-Jährige übte im "Krone"-Interview deutliche Kritik am bisherigen Regierungskurs. Als künftiger SPÖ-Chef würde er mit ÖVP und NEOS reden und ein neues Konzept für ein zukunftsträchtiges Österreich erarbeiten wollen – Zeiler nannte das einen "Bauchaufschwung".

Mit den Plänen der FPÖ könne der Medienmanager wenig anfangen. "Wir brauchen kein Zurück zur Vergangenheit, wie ich es auf Wahlplakaten der FPÖ sehe. Man kann nicht mit den Methoden der Vergangenheit die Probleme der Zukunft lösen." Das FPÖ-Konzept sei nur deshalb so attraktiv, weil es seitens der Regierungsparteien keine neuen Ideen für die Zukunft gebe.

Der Aufstieg der FPÖ, gepaart mit dem Abstieg der SPÖ, sei auch der Grund für Zeilers Entscheidung gewesen. "Die fiktiven Kanzlerfragen seit Beginn dieses Jahres lassen jeden politisch Interessierten nachdenklich werden", so der 71-Jährige.

"Selbstverständlich nur Übergangslösung"

Der Babler-Gegner stellte klar, dass er die Rolle als Parteivorsitzender nur für eine begrenzte Anzahl von Jahren ausüben könne. Auf Nachfrage sagte er: "Selbstverständlich ist das eine Übergangslösung. Die Hauptaufgabe wird es sein, junge Leute, die es gibt, wieder in die SPÖ zu bringen." Als SPÖ-Chef werde er alles tun, um junge Menschen zur SPÖ und in Parteifunktionen zu bringen.

„Ich verstehe Fußballtrainer nicht, die kein Spiel mehr gewinnen und trotzdem bleiben.“
Gerhard Zeiler

Spitze gegen Babler

Angesprochen auf sein Politikverständnis erklärte Zeiler, dass jeder die Verpflichtung habe, alles Menschenmögliche zu tun. Gelinge das aber nicht mehr, müsse man sich zurückziehen. Dabei erlaubte sich Zeiler auch eine Spitze gegen SPÖ-Chef Babler: "Ich verstehe Fußballtrainer nicht, die kein Spiel mehr gewinnen und trotzdem bleiben."

Der 71-Jährige stellte unmissverständlich klar: "Ich glaube, ich bin der Richtige für den Moment. Die SPÖ muss das entscheiden. Und wenn sie sich anders entscheidet, ist das auch okay. Aber ich würde nicht in den Spiegel schauen können, wenn ich es nicht versucht hätte."

Klare Kante bei Migration und Wirtschaft

Der 71-Jährige lieferte außerdem erste Einblicke in seine politische Positionierung. Zeilers Credo: "Ich bin links der Mitte. Ich bin wirtschaftlich orientiert. Und ich bin Pragmatiker."

"Priorität Nummer eins ist Wirtschaftswachstum. Das benötigen wir, um unser Sozialsystem aufrechtzuerhalten." Ohne eine wachsende Wirtschaft würden soziale Spannungen und Armut zunehmen. Zeiler: "Ich bin wirtschaftsorientiert, nicht obwohl ich Sozialdemokrat bin, sondern weil ich Sozialdemokrat bin."

In der Migrationspolitik forderte Zeiler ebenfalls klare Kante: "Asylwerber müssen Deutsch lernen, denn ohne Deutsch gibt es keine Integration. Sie müssen unsere Regeln, Werte und Gesetze akzeptieren und einhalten. Und sie müssen, wenn sie können, auch arbeiten und Steuern zahlen", so sein Konzept. Für jene, die sich nicht daran hielten, müsse es Konsequenzen geben: "Wer zu uns kommt und kriminell wird, muss wieder zurück! Da gibt es kein Wenn und Aber."

Zeiler will keinen Cent beziehen

Der erfolgreiche Medienmanager sprach auch über seine familiären Hintergründe. Er ist in den 1950er-Jahren bei seinen Großeltern in Wien-Ottakring aufgewachsen – in Zimmer, Kabinett und Küche, ohne Bad. Heute sei Zeiler in einer privilegierteren Situation, daher wolle er für eine politische Funktion keinen Cent beziehen. "Wenn man von der Bevölkerung zu Recht verlangt: 'Wir können uns nicht mehr alles leisten, wir müssen uns einschränken', dann muss man das bei sich selber auch tun", sagte er.

nico,26.09.2026, 18:58
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