Migrationskurs-Verschärfung

"Wir müssen entscheiden, wer nach Europa kommt"

Beim Munich Migration Meeting fordert EU-Kommissar Magnus Brunner mehr Grenzschutz, schnellere Rückführungen und engere Kooperation mit Drittstaaten.
Newsdesk Heute
26.09.2026, 16:55
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

EU-Kommissar Magnus Brunner sieht bei der europäischen Migrationspolitik eine Wende. Beim Munich Migration Meeting in München sagte der für Inneres und Migration zuständige Kommissar, die Zahlen gingen weiterhin "massiv zurück". Nun müsse die EU das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) weiter umsetzen und ausbauen. Zu den nächsten Schritten zählte Brunner eine Stärkung von Frontex, einen neuen Rahmen für Krisen an den Außengrenzen und mehr Zusammenarbeit mit Drittstaaten.

"Die europäische Migrationswende zeigt Wirkung: Die Zahlen gehen weiterhin massiv zurück", sagte Brunner. Auch bei Rückführungen gebe es Fortschritte. Vor zwei Jahren sei nur einer von fünf Menschen ohne Bleiberecht zurückgeführt worden, mittlerweile habe sich die Quote verbessert. Eine genaue aktuelle Quote nannte Brunner in den vorliegenden Aussagen nicht. Zugleich betonte er, dass noch viel zu tun bleibe. Die neuen europäischen Regeln sollen dabei helfen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

GEAS bleibt das Fundament

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem bleibe die Grundlage der europäischen Migrationspolitik, sagte Brunner. Es sei aber nicht der Endpunkt: Die EU werde das System weiterentwickeln. Konkret nannte der Kommissar eine Reform von Frontex, zusätzliche Möglichkeiten für außergewöhnliche Ereignisse an den Außengrenzen und den Ausbau der Migrationsdiplomatie.

Brunner hob dabei auch Deutschlands Rolle hervor. Unter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt habe das Land eine führende Rolle übernommen. "Ein starkes Europa brauche ein starkes Deutschland", sagte der EU-Kommissar.

Digitales System registriert Grenzübertritte

Als Beispiel für den stärkeren Schutz der Außengrenzen verwies Brunner auf das Einreise-Ausreise-System (EES). Damit werden Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen bei Kurzaufenthalten digital erfasst. Das System speichert unter anderem Reisedokument- und biometrische Daten und hält auch Einreiseverweigerungen fest. Seit 10. April 2026 ist es an den Außengrenzen des Schengen-Raums vollständig in Betrieb.

Laut Brunners Angaben wurden knapp 210 Millionen Reisen von Nicht-EU-Bürgern registriert. Knapp 70.000 Einreisen seien wegen falscher oder fehlender Dokumente verweigert worden. Fast 2.000 Personen seien wegen Sicherheitsbedrohungen gestoppt worden – darunter im Zusammenhang mit Terrorismus und Drogenkriminalität. Diese Zahlen stammen aus den Aussagen des Kommissars bei dem Treffen; sie sind von den früher veröffentlichten EU-Zwischenständen zu unterscheiden. Die EU-Kommission hatte im August bereits mehr als 150 Millionen registrierte Ein- und Ausreisen seit dem Start des Systems gemeldet.

"Der Schutz der Außengrenze ist keine Frage der Härte. Er ist eine existenzielle Frage jedes Staatswesens", sagte Brunner. Es müsse klar sein, wer nach Europa komme und unter welchen Umständen. "Nicht die Schlepper und Menschenhändler" sollten darüber entscheiden.

Mehr Druck und Kooperation mit Drittstaaten

Als weiteres zentrales Element nannte Brunner die externe Dimension der Migrationspolitik. Bei seiner jüngsten Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York habe er mit Partnerländern aus aller Welt gesprochen. Migrationsdiplomatie müsse auf Partnerschaften auf Augenhöhe, Vertrauen und Respekt beruhen, sagte er.

Gleichzeitig wolle die EU ihre politischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten stärker nutzen. Brunner nannte Visapolitik, Handel und Entwicklungszusammenarbeit als Hebel, um Drittstaaten zu einer engeren Kooperation zu bewegen. Das gelte sowohl für Rückführungen als auch für den gemeinsamen Kampf gegen Schlepperbanden.

"Migration muss dort angegangen werden, wo sie beginnt, und nicht erst an unseren Grenzen", sagte Brunner.

red,26.09.2026, 16:55